DFB-Präsident Keller: „Fußball ist für alle! Auf dem Rasen und auf den Tribünen.“

DFB unterstützt Aktion "Ihr könnt auf uns zählen"

Fritz Keller
Thomas Boecker/DFB

Vor wenigen Tagen haben nicht weniger als 800 Profi-Fußballer:innen in einem Manifest, das in der aktuellen Ausgabe des Magazins 11 Freunde abgedruckt wurde, homosexuellen Mitspieler:innen ihre Solidarität ausgesprochen. Nun gibt es Unterstützung von höchster Stelle: Von Fritz Keller, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

„Wir wollen Teil eines Kulturwandels sein“, macht der Fußballboss klar

So hat Keller gleichgeschlechtlich liebenden Spieler:innen in einem Interview auf der Homepage des DFB demonstrativ den Rücken gestärkt: „Fußball ist für alle. Ausrufezeichen. Auf dem Rasen und auf den Tribünen. Diese Vielfalt wollen wir leben“, so der DFB-Präsident: „Wir wollen Teil eines Kulturwandels sein.“

Bis heute habe sich in Deutschland „noch kein aktiver Profispieler zu seiner Homosexualität bekannt, aber auch im Amateurfußball ist ein Coming-Out noch lange keine Selbstverständlichkeit. Das wird es aber hoffentlich eines Tages“, sagte der DFB-Präsident: „Jede*r muss frei von Diskriminierungen und frei von Angst Fußball spielen oder anschauen können.“

Erst kürzlich habe der DFB gemeinsam mit dem deutschen Lesben- und Schwulenverband LSVD eine Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Fußball geschaffen. „Wir wollen aufklären und sensibilisieren – für Sprache, für den Umgang miteinander in der Kabine und auf dem Platz“, so Keller: „Die Zeit ist reif, dass wir damit gelassen und selbstverständlich umgehen.“

Unter den Mitspielern gäbe es große Unterstützung

Im Rahmen der Aktion „Ihr könnt auf uns zählen“ haben 800 Profi-Kicker aus Deutschland homosexuellen Spieler:innen ihre volle Solidarität bei einem öffentlichen Coming Out zugesagt. “Wenn sich einer meiner Kollegen outen würde, würde ich ihn vor den Idioten draußen schützen”, wird beispielsweise Max Kruse vom 1. FC Union Berlin zitiert. Der DFB unterstützt die Social-Media-Kampagne rund um die Aktion von 11 Freunde.

Nur kurz danach wurde bekannt, dass der ehemalige Nationalspieler Philipp Lahm schwulen Fußballern von einem Coming Out während ihrer aktiven Zeit abrät. Gegenwärtig schienen ihm „die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen“, schreibt er in seinem aktuellen Buch.