Sonntag, 21. April 2024
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Berlin: Neuer Verein will großen CSD am 11. September

Jener Verein, der den CSD in den letzten Jahren veranstaltet hat, ist zur Zeit handlungsunfähig

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In Berlin hat sich ein neuer Verein gegründet, der für den 11. September 2021 eine große Pride-Parade plant. Das berichtet das Berliner Stadtmagazin Siegessäule. Die bisherigen Organisatoren sind unterdessen praktisch handlungsunfähig.

In den letzten Jahren war der Berliner CSD immer wieder in die Kritik geraten

Seit Ende der 1990er Jahre organisiert der Berliner CSD e.V. die große Pride-Parade inklusive Bühnenprogramm. Doch der Verein war in den letzten Jahren immer stärker in die Kritik geraten: Marginalisierte Gruppen innerhalb der Community fühlten sich unterrepräsentiert, und auch die politische Botschaft der Parade war Kritikern zufolge nicht sichtbar genug. Derzeit ist der Verein dabei, sich neu aufzustellen: Anfang Jänner trat der Vorstand geschlossen zurück, bis jetzt gibt es weder einen neuen Vorstand noch einen Termin für den CSD 2021.

In diese Lücke stößt nun die „Aktionsgemeinschaft LGBTIQ Berlin e. V.“: „Wir haben gedacht, wenn der Berliner CSD e. V. das nicht auf die Reihe kriegt, einen CSD in 2021 zu organisieren, dann übernehmen wir das mit unserem Know-How und unseren Mitstreiter*innen“, so Thomas Kohs, einer der Gründer des neuen Vereins, gegenüber der Siegessäule.

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Eine neue „Aktionsgemeinschaft“ will nun die Initiative ergreifen

Kohs ist Teilhaber einer Event-Firma, die unter anderem den Berliner LGBTI-Weihnachtsmarkt „Christmas Avenue“ veranstaltet. Letztes Jahr sollte er die Strecke auf dem Berliner CSD vermarkten, bevor die Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise abgesagt und ins Internet verlagert wurde. Die Aktionsgemeinschaft sieht er eher als Dachverband denn als alleinige CSD-Organisatorin. Jeder Verein, der sich in der Berliner Community engagiert, sei aufgerufen, sich an den Planungen zu beteiligen.

Und die neue Aktionsgemeinschaft verliert keine Zeit: „Wir haben mit den Ordnungsbehörden Mitte gesprochen und haben gemeinsam den Termin am 11.9. abgestimmt“, erklärt Kohs. Den Veranstaltern sei die Problematik dieses Tages bewusst, allerdings war es auch der einzige Termin, an dem der Platz vor dem Brandenburger Tor noch verfügbar war. Zuvor hatte der alte CSD-Verein den 25. September ins Spiel gebracht – an diesem Tag soll aber der Berlin Marathon stattfinden, so Kohs zur Siegessäule. 

„Absagen kann man immer noch kurzfristig“

Die mutmaßlich neuen Veranstalter wollen die Demonstration und den Abschlussevent vermutlich „CSD Berlin“ nennen, da dieser Begriff nicht geschützt ist. Verglichen zu den bisherigen Veranstaltungen soll der Event dieses Jahr unter anderem nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet werden. Den alten CSD-Verein will Kohs „sofort mit ins Boot holen, sobald er einen neuen Vorstand gewählt hat, um das gemeinsam auf die Beine zu stellen“.

Ob es wirklich dazu kommt, bleibt pandemiebedingt unklar. Allerdings: „Einen CSD zu planen dauert mindestens 5 Monate, deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das jetzt zu starten. Absagen kann man immer noch kurzfristig“, so Kohs.

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