Home Familie Ehe und Partnerschaft Vatikan macht klar: Keine Segnung für gleichgeschlechtliche Paare

Vatikan macht klar: Keine Segnung für gleichgeschlechtliche Paare

Die Beziehungen homosexueller Menschen entsprechen nicht dem göttlichen Willen, so die Glaubenskongregation

Petersdom
martieda/Pixabay - C00

Die römisch-katholische Kirche darf zwar Autos, Tiere und Waffen segnen, nicht aber gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Das geht aus einem Dekret der vatikanischen Glaubenskongregation hervor, das am Montag veröffentlicht worden ist. Gott könne Sünde nicht segnen, heißt es in der zweiseitigen Antwort auf eine entsprechende Frage.

Weil gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht Gottes Wille sind, können sie nicht gesegnet werden

Die Kongregation erkenne bei Initiativen, schwule und lesbische Paare zu segnen, zwar „den aufrichtigen Willen“ an, „homosexuelle Personen anzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Wege des Glaubenswachstums anzubieten“. Da die Verbindungen homosexueller Menschen aber nicht dem göttlichen Willen entsprächen, habe die Kirche keine Vollmacht, diese Beziehungen zu segnen.

Auch, wenn die positiven Elemente gleichgeschlechtlicher Partnerschaften „in sich betrachtet dennoch zu schätzen und hervorzuheben sind“, rechtfertigen diese keine Segnung. Denn Segnungen gehörten zu den kirchlichen Sakramentalien, so die Glaubenskongregation weiter. Das seien „heilige Zeichen, die den Sakramenten ähneln“ und die Gläubigen auf den Empfang der Sakramente vorbereiten sollen, erklärt der Vatikan.

Kein Segen für Beziehungen, in denen es Sex außerhalb der katholischen Ehe gibt

Diese verlangten aber abgesehen von der „rechten Absicht derjenigen, die daran teilnehmen“ auch, dass „die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hin geordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken“. Dazu müsse sie „im Dienst der Pläne Gottes“ sein, „die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus vollständig geoffenbart sind“.

Deshalb sei es „nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe“ einschließen – und als Ehe gilt im katholischen Sinn eine „unauflöslliche Verbindung eines Mannes und einer Frau“, so das Dokument, das der Präfekt und der Sekretär der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria und Erzbischof Giacomo Morandi, unterzeichnet haben.

Homosexuelle Partnerschaften hätten keine Ähnlichkeit mit „Gottes Plan für Ehe und Familie“

Auch könnte die Segnung als „Nachahmung“ oder „analogen Hinweis auf den Brautsegen“ aufgefasst werden, was ebenfalls nicht im Sinne der Kirche liegt – zumal es „absolut keinen Grund gibt, homosexuelle Partnerschaften in irgendeiner Weise als ähnlich zu betrachten oder auch nur annähernd analog zu Gottes Plan für Ehe und Familie“. Das sei keine ungerechtfertigte Diskriminierung, sondern „vielmehr eine Erinnerung an die Wahrheit des liturgischen Ritus und an die Natur der Sakramentale, wie die Kirche sie versteht“.

Papst Franziskus habe das Dekret gutgeheißen, heißt es am Ende des Dokuments aus dem Vatikan. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, „dass Segnungen einzelnen Personen mit homosexuellen Neigungen gespendet werden“, die den Willen bekundeten, in Treue zum Willen Gottes zu leben – was eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft aber ausschließt.

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