26-Jähriger in Berliner Park schwulenfeindlich beschimpft und geschlagen

Mitten am Tag wurde der junge Mann ohne Grund angegriffen

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Am helllichten Tag hat es am Mittwoch in Berlin eine schwulenfeindliche Attacke gegeben: Wie die Polizei mitteilte, wurde ein 26-Jähriger gegen 16.20 Uhr von drei Unbekannten am Treptower Park zunächst homophob beleidigt und dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Als der Angegriffene das Trio zur Rede stellen wollte, wurde er erneut geschlagen. Danach flüchteten die drei Täter zu Fuß.

Die Täter konnten unerkannt entkommen

Der 26-Jährige alarmierte die Polizei. Bei einer Suche in der Umgebung des Tatorts konnten die drei Männer allerdings nicht gefunden werden. Nach dem Angriff hatte das Opfer Schmerzen am Kopf und am Oberkörper. Eine Alarmierung des Rettungsdienstes lehnte der 26-Jährige aber ab. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat ein Fachkommissariat des Berliner Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen.

Nähere Informationen zum Opfer oder den Angreifern wurden von der Berliner Polizei nicht gemacht. Allerdings macht die Behörde im Gegensatz zu anderen Großstädten im deutschen Sprachraum einen LGBTI-feindlichen Hintergrund von möglichen Hassverbrechen gezielt öffentlich. Das führt dazu, dass über solche Taten aus Berlin verhältnismäßig oft berichtet wird.

Eigene Ansprechpartner für LGBTI-Hasskriminalität bei den Berliner Behörden

Opfer von Hasskriminalität können auch auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Damit soll sexuellen Minderheiten, die oft ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden. Das soll die hohe Dunkelziffer bei diesen Taten langfristig senken.

Die Strafanzeigen wegen LGBTI-feindlicher Hasskriminalität steigen in Berlin stetig an: So hat die Polizei im Jahr 2016 noch 153 Anzeigen aufgenommen, im Jahr 2019 waren es bereits 331 – mehr als doppelt so viel. Für das Corona-Jahr 2020 gibt es noch keine Zahlen.