Erster Trans-Pride-Zebrastreifen in Wien

Premiere in Österreich: „Ein wichtiges Zeichen dafür, dass man sichtbar und stolz ist“

Trans-Pride-Zebrastreifen
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Anlässlich des Transgender Visibility Day am 31. März hat Wien den ersten Trans-Pride-Zebrastreifen Österreichs bekommen: An der Kreuzung Spitalgasse/Lazarettgasse am Alsergrund, dem 9. Wiener Gemeindebezirk, wurde der Platz zwischen den weißen Streifen mit blauen und rosa Streifen gefüllt, um so die Flagge der Trans-Community zu symbolisieren – und für mehr Sichtbarkeit zu sorgen.

Ein deutliches Zeichen des Miteinanders

Die Initiative dazu ist von Dominique Mras ausgegangen, Trans-Sprecherin der sozialdemokratischen LGBTIQ-Initiative SoHo und SPÖ-Bezirksrätin am Alsergrund. „Immer noch erleben Trans*, Inter und nicht binäre Menschen massive Diskriminierung sowie Ausgrenzung in ihrem Leben.“, erklärt sie. Mit dem Zebrastreifen konnte “ein Zeichen des Miteinanders” gesetzt sowie darauf aufmerksam gemacht werden, “dass Ausgrenzung, Has und Gewalt gegen marginalisierte Gruppen keinen Platz bei uns haben”, so Mras weiter.

Die Bodenmarkierung in der Nähe des Allgemeinen Krankenhauses soll Betroffenen Mut machen: „Weil es starke Anfeindungen gibt, trauen sich viele nicht an die Öffentlichkeit“, so die sozialdemokratische trans Aktivistin. Der Trans-Pride-Zebrastreifen im neunten Bezirk sei für Mras deshalb auch „ein wichtiges Zeichen dafür, dass man sichtbar und stolz ist“.

Der Trans-Pride-Zebrastreifen soll auch daran erinnern, dass die Pride-Bewegung maßgeblich von trans Personen geprägt wurde: „Über die Jahrzehnte ist das leider in Vergessenheit geraten. Es ist also wichtig, dass man zeigt, dass Trans-Personen in der Pride-Bewegung einen besonderen Platz einnehmen“, betont Mras.

Der Alsergrund lebt Vielfalt

Auch Bezirksvorsteherin Saya Ahmad von der SPÖ freut sich, dass sich der erste trans Zebrastreifen in ihrem Bezirk befindet: „Es macht mich stolz, dass wir als Bezirk Solidarität leben, und dass das nicht nur irgendeine Floskel ist. Wir leben Vielfalt“, so die Politikerin: „Und diese Vielfalt soll sich auch in der Politik und in der Gestaltung des öffentlichen Raums widerspiegeln.“

Neben dem Trans-Pride-Zebrastreifen gibt es in Wien auch mehrere Regenbogen-Zebrastreifen für die LGBTI-Community. Anlässlich der EuroPride bekam Wien 2019 den ersten Regenbogen-Schutzweg: Vor dem Burgtheater wurden die Zwischenräume des Zebrastreifens in den Farben der Regenbogenflagge ausgemalt. Weitere folgten, etwa in Währing, Mariahilf oder Margareten. Der größte Regenbogen-Zebrastreifen Wiens befindet sich derzeit am Gürtel vor dem Westbahnhof.