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Mario Lindner ist wieder im Nationalrat

SoHo-Bundesvorsitzender wurde als Nachfolger von Drozda vereidigt

Mario Lindner
Daniel Klein

Mario Lindner, Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen LGBTIQ-Organisation SoHo, sitzt wieder im Nationalrat. Er folgt dem ehemaligen Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda nach, der aus dem Parlament ausscheidet. Heute Mittag wurde Lindner vereidigt. Er wird im SPÖ-Klub für Gleichbehandlung, Diversität und LGBTIQ-Themen zuständig sein.

Für den Obersteirer ist es ein Comeback im Nationalrat

Lindner war bereits von 2017 bis 2019 im Nationalrat. Zuvor war er von 2015 bis 2017 im Bundesrat, wo er als erster offen schwuler Präsident Geschichte geschrieben hatte. Nach der Nationalratswahl 2019 verfehlte Lindner allerdings sein Mandat auf der Bundesliste nur knapp. Mit Lindner und dem Wiener Harald Troch hat die SPÖ im queersten Nationalrat der österreichischen Geschichte nun zwei offen schwule Nationalratsabgeordnete. Seit 2017 ist Lindner auch Bundesvorsitzender der SoHo.

“Während unzählige Menschen in ganz Österreich unter der Corona-Krise und der sozialen Krise im Land leiden, setzt die Regierung auf ein Ende der Hackler-Regelung, macht SchülerInnen, Studierenden und Familien das Leben schwer und spielt Minderheiten gegeneinander aus. Genau deshalb möchte ich gemeinsam mit der SPÖ nicht nur eine starke Stimme für Vielfalt, sondern auch für Gerechtigkeit und Solidarität im Hohen Haus sein”, so der 39-jährige Obersteirer in einer ersten Stellungnahme.

Vom Blutspendeverbot bis zum Diskriminierungsverbot: Viel zu tun für Lindner

Die Liste der Themen, um die sich Lindner im Nationalrat kümmern möchte, ist lang: “Von der Farce ums Blutspendeverbot bis zum fehlenden Diskriminierungsschutz, vom wirksamen Kampf gegen Hassverbrechen bis zum noch immer fehlenden Gesetz gegen Konversionstherapien – die To-Do-Liste ist lang und wir werden genau deshalb Seite an Seite mit der Zivilgesellschaft gegen den Stillstand der schwarz-grünen Regierung kämpfen”, gibt sich der SoHo-Chef bewusst kämpferisch. In den nächsten Monaten plant er mehrere parlamentarische Initiativen im Gleichstellungsbereich.

Mario Lindner wurde 1982 in Leoben geboren. Er absolvierte eine Lehre als Elektroinstallateur bei den ÖBB und wurde dort danach als Fahrleitungstechniker angestellt. Seine politische Heimat liegt in der Gewerkschaft. Ende 2002 wurde er Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen (FSG), ab 204 war er im Vorstand der Bundesjugendvertretung. Seit Jänner 2014 ist Lindner Regionalsekretär des ÖGB in Liezen. Seit 2005 ist Lindner auch Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Landl, von 2009 bis 2015 war er auch Vizebürgermeister.

Gleichberechtigung ist für Lindner auch eine soziale Frage

Wegen seiner Wurzeln in der Gewerkschaftsbewegung ist für ihn auch klar: “Vielfalt und Gleichberechtigung sind immer soziale Fragen – dieses Prinzip liegt in der DNA der Sozialdemokratie. Wenn wir also gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung aufstehen, dann bedeutet das natürlich auch, dass wir gemeinsam mit der gesamten SPÖ gegen die soziale Krise im Land ankämpfen.” Menschen, die in Österreich lebten, hätten sich eine Politik verdient, die ein gutes und sicheres Leben für alle in den Mittelpunkt stelle.

Als eine der ersten Gratulantinnen für den wiedereingezogenen Nationalratsabgeordneten stellte sich seine Grüne Fachkollegin Ewa Ernst-Dziedzic ein. Sie freue sich „abseits der Debatten sehr, dass mein ‚alter‘ Bundesrats-Kollege wieder im Nationalrat ist“, so die Grüne LGBTIQ-Sprecherin: „Verstärkung für Gleichstellungsanliegen kann es im Hohen Haus nie genug geben. Welcome back“, so Ernst-Dziedzic. 

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