Frankreich: Rugby-Verband stärkt trans Spieler:innen den Rücken

Vizepräsident macht klar: "Rugby ist ein inklusiver Sport"

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In Frankreich können trans Personen ab der kommenden Saison Rugby-Teams beitreten und an allen offiziellen Wettbewerben teilnehmen. Das hat die Fédération Française de Rugby (FFR) am Montag offiziell bekanntgegeben. Der Verband stützt sich dabei auf Empfehlungen der Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungskommission.

Ein deutliches Signal, zwei Jahre vor der WM in Frankreich

Zwei Jahre, bevor in Frankreich die Rugby-Weltmeisterschaft stattfindet, soll die Entscheidung ein „wohlwollendes und entschiedenes Signal“ senden, dass beim Rugby der Respekt vor Minderheiten ein unumstößliches Recht sei: „Rugby ist ein inklusiver Sport, ein Sport des Teilens, ohne Unterscheidung bei Geschlecht, Gender, Herkunft oder Religion“, betont FFR-Vizepräsident Serge Simon.

Dabei bemüht sich der Verband um eine differenzierte, aber nicht diskriminierende Vorgangsweise: Trans Personen, die ihr Geschlecht operativ angeglichen haben, können ohne Einschränkungen im Team ihres gelebten Geschlechts spielen. Für trans Personen ohne geschlechtsangleichende Operation und solche in der Übergangsphase gelten bestimmte Voraussetzungen.

Die Entscheidung ist auch als Kritik am Weltverband zu verstehen

Mit seiner Entscheidung stellt sich der französische Rugby-Verband gegen die Empfehlungen des Welt-Rugby-Verbandes. Dieser hatte letztes Jahr empfohlen, dass trans Frauen nicht an Wettbewerben teilnehmen dürfen. Als Gründe nannte der Verband Sicherheitsbedenken, da beim Rugby Größe, Stärke, Kraft und Geschwindigkeit sowohl für das Risiko als auch für die Leistung entscheidend seien.

Diese Empfehlung, die Ende letzten Jahres in Kraft trat, setzte die bisherige Richtlinie außer Kraft, die auf den Grundlagen des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) basierte. Demnach seinen trans Frauen bei Frauensportarten zugelassen, wenn sie einen konstant niedrigen Testosteronspiegel im Blut nachweisen können.

Auch in Deutschland gab es Widerstand gegen die neue Empfehlung

Als Reaktion auf die transfeindliche Richtlinie haben sich etwa 30 deutsche Vereine auf Initiative der Berlin Bruisers klar von der Empfehlung des Welt-Rugby-Verbandes distanziert. Der Ausschluss sei eine Diskriminierung, die nicht mit den Werten von Inklusion und Vielfalt im Rugby-Sport vereinbar sei, so die deutschen Rugby-Vereine.

Auch die Deutsche Rugby Frauen (DRF) als Dachorganisation der Frauenteams lehnte einen allgemeinen Ausschluss von trans Frauen ab. „Wir wollen inklusiv bleiben und somit den Werten des Rugbyspiels folgen. Rugby lebt davon, Frauen mit verschiedenen Körperstrukturen zu haben und eine Ausgrenzung von trans Frauen aufgrund der vermuteten größeren Muskelmasse ist nicht inklusiv, sondern diskriminierend“, betonten sie.