Donnerstag, 18. Juli 2024
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Innsbruck: Regenbogenbank in den Inn geworfen

"Schlag ins Gesicht für alle, die sich für eine offene und demokratische Gesellschaft einsetzen"

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In Innsbruck ist am Pfingstmontag eine Regenbogenbank, die als Zeichen der Toleranz in der Tiroler Landeshauptstadt aufgestellt wurde, von unbekannten Vandal:innen in den Inn geworfen worden. Durch den Aufprall wurde die Bank zerstört. Mittlerweile wurde sie von der Wasserrettung Innsbruck aus dem Wasser geholt.

Ein Angriff auf Offenheit und Vielfalt in Innsbruck

Die Bank, die an der Franz-Gschnitzer-Promenade bei der Hauptuni stand, wurde auf Initiative der Neos im Gemeinderat aufgestellt. Eine Plakette auf der Bank macht auf Toleranz, Akzeptanz und Gleichbehandlung der LGBTI-Community aufmerksam. Dass es Zufall war, dass unter all den Bänken auf der Promenade gerade diese ausgesucht wurde, kann ausgeschlossen werden. Gegen die unbekannten Täter:innen wurde Anzeige erstattet.

Die HOSI Tirol verurteilt die Aktion als „offensichtlich hassmotivierten Vandalismus“. Deren Obmann Markus Möller ist geschockt: „Das hätten wir in Innsbruck nicht erwartet“, erklärt er: „Für mich ist das ein trauriger, aber eindeutig symbolischer Akt gegen unsere Community und damit gegen gleiche Rechte für alle. Dies ist nicht zu entschuldigen! Die Tat geht über den reinen Sachschaden hinaus uns ist ein Angriff auf die Offenheit und Vielfalt unserer bunten Alpenhauptstadt!“, betont er in einer Stellungnahme.

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„Wir rücken noch enger zusammen und kämpfen gemeinsam für Vielfalt“

Auch die Innsbrucker Stadtpolitik verurteilt den Vandalenakt. Neos-Gemeinderätin Julia Seidl ist „fassungslos“. Denn in letzter Zeit wurden auch in Österreich immer öfter LGBTI-Symbole zerstört. „Ich betrachte diesen Vandalismusakt somit als Akt der Verachtung gegenüber der Community und damit als Angriff auf die Gleichberechtigung und Toleranz“, betont Seidl, die Initiatorin der Regenbogenbänke: „So etwas hat in Innsbruck keinen Platz! Wir sind eine weltoffene und liberale Stadt!“

Unterstützung bekommt sie vom Grünen Gemeinderat und Klubobfrau-Stellvertreter Thomas Lechleiter: „Ich empfinde die Zerstörung der Regenbogenbank als einen Angriff auf die LGBTIQ* Community“, sagt er in einer ersten Stellungnahme und betont: „Wir rücken noch enger zusammen und kämpfen gemeinsam für Vielfalt, Gleichstellung und Akzeptanz.“

Ein Zeichen für die Bedrohung von Freiheiten, die sich die Community erkämpft hat

„Diese Beschädigungen sind viel mehr als Zerstörung von öffentlichem Gut, sie sind ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für eine offene und demokratische Gesellschaft einsetzen“, betont auch die die Innsbrucker SPÖ-Stadträtin Elisabeth Mayr: „Gegen solche Rückschläge gegenüber den Errungenschaften unserer freien und offenen Gesellschaft, die wir zurecht mit Europa verbinden, müssen wir ganz entschieden und geschlossen auftreten.“

Auch Mesut Onay von der Alternativen Liste Innsbruck (ALI) betont, dass Intoleranz in Innsbruck keinen Platz habe: „Ich verurteile jede mutwillige Zerstörung eines Regenbogensymbols für Toleranz und gegen Diskriminierung von LGBTIQ* Menschen. Innsbruck ist eine weltoffene, tolerante Stadt, in der aber noch viel und für die Rechte der Community getan werden muss“, sagt er.