17-Jähriger zeigt Schwulen seinen Penis, dann verprügelt er sie mit Freunden

Polizei
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In Berlin-Neukölln hat eine Gruppe Jugendlicher am Samstagabend zwei junge Schwule zunächst beleidigt und dann körperlich attackiert. Ein 17-Jähriger soll den beiden jungen Männern dabei seinen Penis gezeigt haben, berichtet die Berliner Polizei in einer Aussendung.

Die beiden Männer waren in der Sonnenallee unterwegs, als sie von Jugendlichen beschimpft wurden

Demnach waren die beiden Schwulen, 24 und 26 Jahre alt, am Samstag kurz vor halb zwölf in der Sonnenallee unterwegs. Dort trafen sie auf eine Gruppe Jugendlicher, mit der sie in Streit gerieten. Die beiden Männer wurden schwulenfeindlich beleidigt, einer aus der Gruppe entblößte dabei seinen Genitalbereich. Anschließend verprügelte die Gruppe die beiden Schwulen mit Schlägen gegen den Kopf. Dabei wurden beide Männer verletzt.

Die alarmierte Polizei konnte wenig später einen der Verdächtigen in der Umgebung festnehmen. Bei dem 17-Jährigen soll es sich um jenen Jugendlichen handeln, der sich vor den Männern entblößt hatte. Er kam zur erkennungsdienstlichen Behandlung in eine Polizeidienststelle. Von dort holte ihn dann sein Vater ab.

Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

Wie bei Hasskriminalität üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Er ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung. Nähere Angaben zu den Jugendlichen wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Trotz Corona blieb die Zahl der Übergriffe gegen Angehörige sexueller Minderheiten in Berlin auch 2020 auf hohem Niveau: So ist die Zahl der gemeldeten LGBTI-feindlichen Übergriffe im letzten Jahr zwar deutlich gesunken – dafür wurden mehr als doppelt so viele Beleidigungen im Netz gemeldet, wie aus der Bilanz des Berliner Antigewaltprojekts Maneo hervorgeht.

Für Opfer von Hasskriminalität gibt es in der deutschen Hauptstadt speziell geschulte Anlaufstellen. So können sie unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI