Vienna Pride kommt mit Jubiläums-Regenbogenparade zurück

25. Wiener Regenbogenparade am 19. Juni als Fuß- und Fahrraddemo, Vienna Pride ab 7. Juni

Gruppe auf der Regenbogenparade 2017
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Im letzten Jahr musste die Vienna Pride coronabedingt pausieren, und auch die Regenbogenparade fand in einem stark reduzierten Rahmen statt. Doch dieses Jahr feiert die LGBTI-Community ihr Comeback: Unter dem Motto „Stay safe, stay proud“ findet von 7. bis 20. Juni die Vienna Pride statt – virtuell und real. Höhepunkt wird die 25. Regenbogenparade am 19. Juni.

Am 19. Juni geht es wieder einmal andersrum um den Ring – und zurück zu den Wurzeln

Die Parade startet um 14.00 vor dem Rathausplatz und wird traditionell einmal „andersrum“ – also gegen die Fahrtrichtung – um die Ringstraße ziehen. Dabei geht sie bewusst zurück zu ihren Wurzeln: Anders als in herkömmlichen Jahren gibt es dieses Jahr keine großen Trucks – demonstriert wird zu Fuß und auf dem Fahrrad, und mit den geltenden Abstands- und Sicherheitsregeln, wie das Tragen einer FFP2-Maske.

Die Hoffnung der HOSI Wien als Organisatorin der Parade ist, dass die LGBTI-Community auch mit reduzierten Mitteln zeigen wird, dass sie die größte Demonstration Österreichs mit der besten Stimmung machen kann – und so für Menschenrechte, Respekt und Akzeptanz auf die Straße geht. Die Abschlußkundgebung mit Reden von Aktivist:innen und Politik findet dann – ebenfalls coronabedingt auch im kleineren Rahmen als in den letzten Jahren – um 17.00 Uhr am Rathausplatz statt.

„Es ist aber heuer nicht nur die 25. Wiener Regenbogenparade, sondern auch der 50. Jahrestag der Entkriminalisierung von Homosexualität in Österreich. Aber damit war noch nicht alles gut. Es folgten neue Strafbestimmungen eigens nur für Lesben, Schwule und Bisexuelle, die sonst legales Verhalten erneut kriminalisiert und zahlreiche Existenzen zerstört haben. Die Opfer dieser menschenrechtswidrigen Strafverfolgung wurden zum Teil bis heute nicht rehabilitiert. Das muss endlich passieren, die Opfer müssen rehabilitiert werden, sie müssen entschädigt werden, und wir verlangen eine Entschuldigung des Nationalrats“, erinnert HOSI-Wien-Obfrau Ann-Sophie Otte an den politischen Charakter der Parade.

Umfassendes Rahmenprogramm, real und virtuell

Als Rahmenprogramm bietet die Vienna Pride rund um die Parade Vor-Ort-Veranstaltungen wie den Vienna City Beach Club und Tel Aviv Beach Days, Büchertische in der Hauptbücherei Wien, ein Pride-Kino am Dach und Pride-Brunches in Wiener Szenelokalen. Außerdem wird es digitale Führungen in Kooperations-Museen wie der Albertina und dem Mumok, medizinische Online-Vorträge, Online-Diskussionen bzw. -Workshops von und mit der LGBTIQ-Community sowie mehre DJ- und Band-Livestream-Abende geben.

Der Pride Run Vienna, der zur EuroPride Vienna 2019 noch mit Tausenden über die Wiener Ringstraße lief, findet dieses Jahr am 18. Juni erstmalig als Virtual Pride Run statt: Die Startersackerln werden per Post zugestellt und jede Person läuft im Pride Run Shirt an einem individuellen Ort, um im gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus für Sichtbarkeit zu sorgen.

„Gerade in Krisenzeiten wie diesen sind Sichtbarkeit, Lebensfreude und ein starkes Miteinander umso wichtiger, genauso wie das gemeinsame Eintreten für Sichtbarkeit, Respekt und gleiche Rechte“, erklärt Vienna-Pride-Organisatorin Katharina Kacerovsky-Strobl: „Und für dieses Miteinander gehen wir am 19. Juni zum inzwischen 25. Mal mit der Regenbogenparade auf die Straße.“

Auch Politik unterstützt die Vienna Pride

Auch Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr von den Neos stellt sich klar an die Seite der LGBTIQ-Community: „Ich freue mich, dass der Regenbogenmonat 2021 mit vielen farbenfrohen Veranstaltungen durchgeführt werden kann und der offene Umgang mit queeren Themen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft stattfindet.“ Der Pride Month „rückt LGBTIQ-Themen in den Vordergrund und macht auf bestehende Diskriminierungen aufmerksam“. In einer weltoffenen Stadt wie Wien habe Diskriminierung keinen Platz.

SPÖ-Gemeinderätin Marina Hanke fordert – wie auch zuvor Gleichstellungssprecher Mario Lindner – eine Ausweitung des Diskriminierungsschutzes: „Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität ist leider immer noch Realität“, sagt sie: „Auch die Schlechterstellung von vielfältigen Geschlechtsidentitäten muss endlich ein Ende haben. Denn jeder Mensch muss in dem Geschlecht anerkannt werden, in dem man lebt.“