Salzburg: Regenbogenflaggen vor dem Schloss Mirabell gestohlen

Dabei wurden auch die Schlösser und Aufhängevorrichtungen beschädigt

Anja Hagenauer und Martina Berthold mit Regenbogenfahne
M. Kronberger/Stadt Salzburg

Anlässlich des Christopher Street Days, der Geburtsstunde der modernen LGBTI-Bewegung, sollten am 28. Juni auch in der Stadt Salzburg die Regenbogenfahnen wehen – genauer: Zwei von ihnen vor dem Schloss Mirabell. Doch Unbekannte haben das Symbol der queeren Community gestohlen. 

Betroffenheit bei den zuständigen Stadträtinnen

Dabei entstand ein erheblicher Sachschaden. Denn auch die Schlösser und Aufhängevorrichtungen an den beiden Masten wurden bei dem Diebstahl beschädigt, wie die Stadt Salzburg in einer Aussendung mitteilte. Bei den zuständigen Stadträtinnen Martina Berthold von der Bürgerliste und Anja Hagenauer von der SPÖ sorgt die Tat für Entsetzen. 

„Es macht mich betroffen, dass es in der Menschenrechtsstadt Salzburg Personen gibt, die der Vielfalt unserer Gesellschaft mit Zerstörungswut begegnen. Homophobie und jegliche Form von Gewalt haben in unserer Stadt nichts verloren“, so Berthold. Hagenauer ergänzt: „Wir werden uns keinesfalls davon abhalten lassen, die Vielfalt in dieser Stadt zu fördern und gegen Diskriminierungen jeder Art aufzutreten.“ 

„Nur ein buntes Salzburg ist ein lebenswertes Salzburg“

Die beiden Stadträtinnen ersetzten die Flagge umgehend und stellten sich mit der neuen Flagge vor das Schloss Mirabell. Sie kündigten auch an, dass die Stadt Salzburg wegen des Diebstahls und der Sachbeschädigung Anzeige erstatten wird. 

„Ob am Fußballplatz, an der Salzach oder im Seniorenwohnhaus, die Stadt Salzburg ist in ihrer Vielfalt für alle da. Setzen wir gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Intoleranz und Hass, nur ein buntes Salzburg ist auch ein lebenswertes Salzburg“, so Hagenauer beim Hissen der Flagge. 

Immer mehr Angriffe auf die Community und ihre Symbole

Angriffe auf queere Personen oder Symbole der LGBTI-Bewegung haben in den letzten Wochen in Österreich zugenommen: So haben mutmaßlich rechtsextreme Störer bei Abschlusskundgebung der Regenbogenparade ein queerfeindliches Transparent entfaltet. Beim CSD in Bregenz hantierte ein Minderjähriger in unmittelbarer Nähe der Veranstaltung mit einer Schreckschusspistole

Sowohl bei der Pride in Wien, als auch in Linz und Klagenfurt ist es außerdem nach Informationen von GGG.at zu Beleidigungen oder Bedrohungen von Teilnehmer:innen gekommen. Einige dieser Fälle wurden zur Anzeige gebracht – andere weder der Polizei noch entsprechenden Organisationen gemeldet. Wie hoch die Dunkelziffer bei diesen Vorfällen ist, kann deshalb nicht festgestellt werden.