Ab heute gibt es in Finnland die Gratis-PrEP

Die Betroffenen sparen sich dadurch mehr als 700 Euro pro Jahr

Symbolbild: PrEP
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In Finnland ist die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), die vor einer Infektion mit HIV schützen kann, ab heute gratis erhältlich. Bis jetzt kosteten die lebensrettenden Tabletten 59 Euro pro Monat. Damit nimmt das nordeuropäische Land eine Vorreiterrolle im Kampf gegen HIV und Aids ein.

Umfassende Gesundheitsreform der finnischen Regierung

Die Gratis-PrEP ist Teil einer umfassenden Gesundheitsreform, die die finnische Regierung Anfang Jänner vorgestellt hat. So gibt es ab sofort auch auch eine kostenlose medizinische Grundversorgung, Gratis-Arztbesuche für Minderjährige oder eine bessere Versorgung für schwangere Drogensüchtige.

Kosten für Zahnbehandlungen oder die Pflege zu Hause werden nun mit 683 Euro gedeckelt. Insgesamt werden fast eine Million Finn:innen von den neuen Regeln profitieren, so eine Schätzung des Gesundheitsministeriums.

Seit 2019 wird die PrEP in Finnland eingesetzt

Ihre ersten Richtlinien für den Einsatz der PrEP hat die finnische Gesellschaft für Gesundheit bereits im April 2019 herausgebracht. Ein Monat später waren die Medikamente in den finnischen Apotheken verfügbar, und im Juni 2019 haben Ärzt:innen die ersten PrEP-Behandlungen verschrieben.

Zur Zeit kostet eine Monatspackung mit 30 Tabletten in Finnland 59 Euro – zu viel für einige Betroffene, wie die finnische Aids-Hilfe kritisiert. Sie erwartet sich von der ab heute erhältlichen Gratis-PrEP eine verbesserte Verfügbarkeit der Medikamente und ihren breiteren Einsatz. So können künftig mehr Menschen, die von einer PrEP profitieren werden, ihre Behandlung starten.

Die PrEP kann eine HIV-Infektion verhindern

Bei der PrEP wird ein Medikament aus der HIV-Behandlung eingesetzt, welches das HI-Virus daran hindert, sich zu vermehren. Dadurch wird eine Infektion verhindert. In Deutschland übernehmen mittlerweile die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Medikamente, in Österreich nicht.

In Österreich und Deutschland empfehlen die gemeinsamen Leitlinien der Aids-Hilfen unter anderem die PrEP für Menschen ab 16 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion haben. Dazu gehören unter anderem Männer und trans Personen, die ohne Kondom Sex mit Männern haben oder in den letzten zwölf Monaten eine Geschlechtskrankheit hatten.