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Neuer Teilnehmer-Rekord beim CSD Graz

Uhrturm Graz
Harry Schiffer/Graz Tourismus

Ein deutliches Lebenszeichen hat die Grazer LGBTI-Community am Samstag von sich gegeben: Mehr als 2.500 Teilnehmer:innen sind anlässlich des CSD Graz durch die Innenstadt marschiert, um für gleiche Rechte zu demonstrieren. Danach wurde im Volksgarten ein Fest der Diversität gefeiert. 

Auch die Politik marschierte mit

Der Demonstrationszug machte sich Punkt 12.00 Uhr von der Grazer Oper auf den Weg durch die Innenstadt. Die von der Polizei vorsichtig geschätzten 2.500 Teilnehmer:innen dürften dabei ein neuer Rekord an Teilnehmenden sein. Unter ihnen war auch der nordmazedonische Kameramann Samir Ljuma, der vor allem für seine Mitarbeit am zweifach Oscar-nominierten Dokumentarfilm “Honeyland” bekannt ist. „Es ist schön, während der Parade hier zu sein, als Teil dieser wunderschönen Masse an Leuten, die Diversität unterstützen“, sagte er der Kleinen Zeitung

Auch die Politik hat den CSD Graz unterstützt – teilweise sogar mit Unterstützung aus dem Bund. So nahmen für die Grünen Nationalratsabgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic und Bundesrat Marco Schreuder an dem Zug teil, für die Neos war der steirische Landesvorsitzende Niko Swatek dabei. Die KPÖ wurde von Robert Krotzer vertreten, die SPÖ von Landtags-Klubobmann Hannes Schwarz. Sogar ÖVP-Stadtrat Kurt Hohensinner schaute kurz vorbei – das Hissen der Regenbogenflagge hatte sein Chef, Bürgermeister Siegfried Nagl, allerdings unterbunden. Nur von der FPÖ kam kein Vertreter zum Grazer CSD. 

Danach ging es beim traditionellen Parkfest weiter

Bei einem Zwischenstopp am Hauptplatz erklärte Joe Niedermayer, Obmann der RosaLila PantherInnen, die den CSD veranstalten, warum er mit einer Österreich-Regenbogenfahne spaziert: “Die Österreichfahne ist für uns alle da. Ich will nicht, dass diese Fahne nur von Rechten und Deppen verwendet wird”, erklärt er. Auch Fanny, eine aus Ungarn stammende Studentin, hielt am Hauptplatz eine bewegende Rede. Sie ist der Liebe wegen nach Graz gekommen und studiert hier Gender Studies – ein Studium, das in ihrem Heimatland verboten ist. 

Mit etwas Verspätung kam die Demonstration dann im Volksgarten an, wo der Tag beim CSD Parkfest ausklang. Zwei Bühnen mit DJs und Live-Bands wie den Kronskies sowie Auftritte von Miss und Mister Tuntenball 2020 sorgten für Unterhaltung. Ab 22.00 Uhr ging es dann in den FAGtory Club weiter, der an diesem Abend in der Thalia stattgefunden hat.