Berlin: Fünf Jugendliche verprügeln 26-Jährigen

Zwei Vorfälle: In der U-Bahn wurde ein lesbisches Paar bedroht

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In Berlin ist es in der Nacht zum Samstag zu zwei LGBTI-feindlichen Zwischenfällen gekommen. In einem Fall wurde ein 26-Jähriger von fünf Unbekannten angegriffen, in Kreuzberg wurde ein lesbisches Paar beleidigt.  

Der 26-Jährige gab an, von fünf Jugendlichen angegriffen worden zu sein

Dem Polizeibericht zufolge alarmierte der 26-Jährige kurz nach ein Uhr früh die Polizei und gab an, er sei kurz zuvor auf der Biesdorfer Höhe im Osten der Stadt von fünf Jugendlichen angegriffen worden. Sie sollen ihn zu Boden gestoßen und auf ihn eingetreten haben. Währenddessen beleidigten sie ihn schwulenfeindlich. Dann konnten sie unerkannt flüchten. 

Die Angaben des 26-Jährigen wurden von einem 19-jährigen Zeugen bestätigt. Er konnte die mutmaßlichen Täter beschreiben. Die Polizei suchte die Umgebung ab, konnte sie aber nicht mehr finden. Das Opfer erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen. Er sagte der Polizei, dass er sich bei Bedarf selbst in ärztliche Behandlung begeben werde. Nun wird wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Zu den mutmaßlichen Tätern wurde im Polizeibericht keine Angabe gemacht. 

Am Kottbusser Tor wurden zwei Frauen beleidigt und bespuckt

Ein zweiter Vorfall ereignete sich an der U-Bahn-Station Kottbusser Tor im Stadtteil Kreuzberg: Hier löste ein 31-Jähriger sogar einen Polizeieinsatz aus, nachdem er mehrere Personen beleidigt und in deren Richtung gespuckt haben soll. Wie zwei Frauen im Alter von 29 und 31 Jahren berichteten, hatten sie in einem Zug der U8 Händchen gehalten, als der Mann plötzlich auf sie zukam, sie lesbenfeindlich beleidigte und in ihre Richtung spuckte, sie aber verfehlte. 

Als die beiden Frauen am Kottbusser Tor ausstiegen, folgte ihnen der Mann. Ein 37-Jähriger, der das Geschehen beobachtet hatte, wollte den Frauen helfen und forderte den aggressiven Mann auf, sein Verhalten zu unterlassen. Daraufhin beleidigte der Mann den Helfer schwulenfeindlich und spuckte ebenfalls in seine Richtung. Sicherheitspersonal der BVG hielt den Mann bis zum Eintreffen der Polizei fest – sie wurden von dem Mann bedroht. 

Nachdem die Beamten die Personalien des 31-Jährigen aufgenommen hatten, wurde gegen ihn ein Platzverweis ausgesprochen und er wurde des Ortes verwiesen. Videoaufzeichnungen der BVG wurden gesichert. Die Ermittlungen dauern auch hier an. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin in beiden Fällen die Ermittlungen übernommen.