Princess Charming: Viele Gewinnerinnen, und eine (hoffentlich) große Liebe

Zum ersten Mal wurde lesbisches Leben in seiner gesamten Breite so ausführlich gezeigt

Princess Charming: Finale
TVNOW

Seit Dienstag ist beim RTL-Streamingdienst TVNOW die letzte Folge der ersten lesbischen Datingshow “Princess Charming” online. Dabei gehört nicht nur die Auserwählte der ersten “Prinzessin”, der Kölner Rechtsanwältin Irina Schlauch, zur Gewinnerin – die Show hat als Ganzes neue Maßstäbe im Storytelling und lesbischer Sichtbarkeit gesetzt – inklusive einem deutlichen Statement für nicht-binäre Menschen. 

Zum Schluss blieb das Nesthäkchen übrig

Die letzte Entscheidung ist oft die schwerste: So auch bei Schlauch. Sie musste sich zum Schluss zwischen zwischen der 22-jährigen Elsa aus Berlin und der 21-jährigen Lou aus Saarbrücken entscheiden – und nahm letztendlich Lou. Ob die Liebe der beiden Frauen heute noch hält – so wie beim ersten “Prince Charming” Nicolas Puschmann und seinem Lars Tönsfeuerborn – erfahren interessierte Zuseher:innen nächsten Dienstag, wenn die Wiedersehensfolge veröffentlicht wird. 

Doch nicht nur Lou, das Nesthäkchen unter den Kandidatinnen – und natürlich Prinzessin Irina Schlauch – sind die Gewinner:innen der ersten lesbischen Dating-Show im deutschsprachigen Fernsehen. Auch RTL hat, wie schon beim mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten “Prince Charming” bewisen, dass es mehr kann als nur Krawall. 

Der Fight zweier Kandidatinnen wurde nicht gezeigt

Das zeigt beispielsweise der Streit zwischen der Salzburgerin Sonja und Ulle aus Berlin, die sich gleich in der ersten Folge in die Haare bekamen: Anstatt wie bei anderen Reality-Sendungen die Auseinandersetzung der beiden Frauen zu zelebrieren, hieß es: “Leider kommt es bei Sonja und Ulle zu einer Auseinandersetzung, die bei ‚Princess Charming‘ keinen Platz hat und ihre Teilnahme mit sofortiger Wirkung beendet”, war zu lesen, die beiden Frauen wurden aus der Show entfernt und das Thema war gegessen.      

Auch sonst zeigte die Auswahl der 20 Kandidatinnen, wie bunt und divers lesbisches Leben sein kann. Sie bewegten sich mit all ihren Unterschieden immer auf Augenhöhe, ihre Gespräche waren oft tiefgründig und empathisch. Das zeigte unter anderem die nicht-binäre Teilnehmerin Gea. Sie brachte die Sichtweise von trans Frauen in die Sendung ein. Als eine andere Kandidatin erklärte, nicht mit einer Frau mit Penis schlafen zu wollen, erklärte ihr Gea, sie sei transphob. 

Gespräche und Verständnis statt Zickenkrieg

Daraus entwickelte sich aber kein Zickenkrieg, sondern ein einfühlsames Gespräch, bei dem auf das Thema eingegangen wurde und der Ausgleich gesucht wurde. Solche Momente machen “Princess Charming” zu einem der seltenen Edelsteine in der Fernsehwelt. „Statt Elendsvoyeurismus gibt es Gefühle abseits der Klischees“, musste auch der Spiegel lobend anerkennen. 

Wer jetzt neugierig geworden ist, aber kein TVNOW-Abonnement hat, muss noch einige Wochen warten: Denn “Princess Charming”, das regelmäßig Top-Platzierungen in den Wertungen des Streaming-Services eingenommen hat, wird auch im Free-TV auf Vox zu sehen sein. Ein genauer Sendetermin wurde aber noch nicht bekanntgegeben.

Und wer von der lesbischen Datingshow nicht genug bekommen kann, für den gibt es ebenfalls eine gute Nachricht: Es wird auch eine zweite Staffel “Princess Charming” geben – und für die werden noch Kandidatinnen gesucht.