Französische Judoka Amandine Buchard gewinnt Silber für das Team LGBT

Dieses Jahr hat sie schon bei den Judo World Masters Gold gewonnen

Amandine Buchard
IJF

Erst vor einem Monat hat sich die französische Judoka Amandine Buchard öffentlich als lesbisch geoutet – nun hat sie bei den Olympischen Spielen in Tokio Silber in der Gewichtsklasse bis 52 Kilo gewonnen. 

Buchard musste sich letztendlich nur der Japanerin Ute Aba geschlagen geben, nachdem sie auf dem Weg ins Finale eindrucksvoll ihr Können bewisen hatte: Sie hat sie im Semifinale die Schweizerin Fabienne Kocher in nur 16 Sekunden besiegt. 

Dass mit ihr zu rechnen ist, hat Buchard schon vor Olympia bewiesen: Bei den diesjährigen Judo World Masters in Katar hat sie Gold gewonnen. Zuvor hatte sie bei den Judo-Weltmeisterschaften schon zwei Mal Bronze erkämpft. 

Vor einem Monat in einer TV-Doku geoutet

Amandine Buchard war eine von sechs französischen Spitzenathlet:innen, die sich anlässlich des Pride Month in der Canal+-Dokumentation “Faut qu’on parle” (Wir müssen reden) öffentlich geoutet haben. 

Aus diesem Sextett nehmen neben Buchard auch die Basketball-Spielerin Céline Dumerc und die Fechterin Astrid Guyart an den Olympischen Spielen in Tokio teil. Die anderen Sportler sind der Schwimmer Jérémy Stravius, Eiskunstläufer Kevin Aymoz and Rugby-Spieler Jérémy Clamy-Edroux. 

In der Dokumentation erzählt Buchard unter anderem, dass sie mit ihrer Mutter nicht mehr geredet hatte, seitdem sie sich vor drei Jahren vor ihr geoutet hatte. Trotzdem empfiehlt sie anderen, ihre Wahrheit zu leben. “Ich bin gut in meinem Leben, ich bin gut in meinem Sport, ich akzeptiere mich”, sagt sie. 

Damit hält das “Team LGBT” bei einer Gold- und einer Silbermedaille und ist damit so erfolgreich wie Tunesien oder Ungarn. Die erste Medaille war das Gold der Synchronschwimmer Tom Daley und Matty Lee, die überraschend das chinesische Paar schlagen konnten. Insgesamt nehmen fast 170 queere Sportler:innen an den Olympischen Spielen in Tokio teil.