Wegen Pride-Shirt: Ungarischer Politiker vergleicht Vettel mit Nazis

Dafür kommt Lob von Konkurrent Lewis Hamilton

Sebastian Vettel
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Dass der deutsche Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel beim Großen Preis von Ungarn ganz unmissverständlich die LGBTI-Community in unserem Nachbarland unterstützt hat, sorgt bei nationalkonservativen Politikern für Missfallen. Kollege Lewis Hamilton gefällt die Aktion allerdings.

Verstößt Vettel mit seinen Regenbogensneakers gegen das ungarische „Anti-LGBT-Gesetz“?

Vettel hatte vom Weltverband FIA eine offizielle Rüge bekommen, weil er beim Abspielen der ungarischen Hymne zu Beginn des Rennens ein Regenbogen-T-Shirt mit der Aufschrift „Same Love“ getragen hatte. Damit sei er einer Anweisung des verantwortlichen Rennleiters, das Shirt vor der Hymne auszuziehen, nicht gefolgt, so die offizielle Begründung der FIA. Sportliche Konsequenzen hat diese Rüge nicht.

Doch für Tamás Deutsch, Europaabgeordneter der rechtspopulistischen Partei Fidesz, ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen: Denn Vettel hat am Rennwochenende nicht nur ein Regenbogen-T-Shirt getragen, sondern auch einen Regenbogen-Mundschutz und Sneakers mit dem Symbol der LGBTI-Community.

Orbán-Abgeordneter vergleicht Vettel mit Nazi-Olympia

Deutsch ist sich sicher: Diese Kleidungsstücke verstoßen gegen das erst kürzlich beschlossene „Anti-LGBTI-Gesetz“, das angeblich nur Kinder schützen will – und vergleicht den Regenbogen mit Nazi-Symbolen. So postet er auf Facebook ein Foto von Vettels Regenbogenschuhen neben einem Bild der Olympischen Spiele 1936 in Berlin mit Hakenkreuzen.

„Die Deutschen haben schon immer herausgefunden, wie man bei Sportveranstaltungen passende politisch korrekte Symbole zeigt. Alles ist subtil, kulturell, europäisch. Wer es weiß, der versteht es“, kommentiert der ungarische Europaabgeordnete den geschmacklosen Vergleich.

Vettels Konkurrent Lewis Hamilton lobt unterdessen die Aktion seines Kollegen. Hamilton postete am Montag bei Instagram ein Fotovon Vettel im „Same Love“-Shirt. „Toll, das zu sehen“, so der 36-Jährige: „Seb unterstützt die LGBTQ+-Community. Liebe gewinnt immer.“ Hamilton kündigte außerdem an, beim nächsten Rennen das gleiche Shirt zu tragen.