Berlin: Frau in der S-Bahn homophob beleidigt und bedroht

Mann simulierte eine Schussbewegung auf die 21-Jährige

S-Bahn-Logo
S-Bahn Berlin/David Ullrich

Wieder gibt es einen LGBTI-feindlichen Vorfall in Berlin: Wie die Polizei der deutschen Hauptstadt berichtet, hat ein Unbekannter am Sonntagnachmittag eine 21-jährige in einer S-Bahn zunächst beleidigt und dann mit der Hand eine Schussbewegung gegen die Frau simuliert.

Bedroht, beschimpft, getreten und angespuckt

Der Vorfall begann gegen 15.30 Uhr in einer S-Bahn der Linie S9. Der Zug fuhr vom Alexanderplatz in Richtung Hackescher Markt, als der Mann mit einer Hand eine Pistole formte und einen Schuss in Richtung der jungen Frau simuliert haben soll. Als die 21-Jährige am Hackeschen Markt ausstieg, soll sie der Mann auch noch lesbenfeindlich beleidigt und nach ihr getreten haben. Durch Zurückweichen vermied sie einen Treffer – worauf der Mann in ihre Richtung gespuckt haben soll, sie aber auch verfehlte.

Der Tatverdächtige fuhr weiter mit der S-Bahn und konnte so unerkannt entkommen. Nähere Informationen über die Beteiligten hat die Polizei nicht bekanntgegeben. Wie bei allen möglichen Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Identität führt das Fachkommissariat für homophobe Delikte beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen. Gegen den Unbekannten wird wegen Bedrohung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund sowie versuchter Körperverletzung ermittelt. Warum er die Frau beleidigte und bedrängte ist unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Es gibt bei der Berliner Polizei eigene Ansprechpersonen für LGBTI

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität seit einigen Jahren gezielt öffentlich. Deshalb wird – verglichen mit anderen Städten im deutschsprachigen Raum – verhältnismäßig oft darüber berichtet.  

Außerdem können Opfer von Hasskriminalität in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LSBTI.  Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.