Ab Oktober: Keine sexuellen Inhalte mehr auf OnlyFans?

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Die Webseite OnlyFans, auf der auch zahlreiche schwule Porno-Stars mit ihren Fotos und Videos Geld verdienen, will sich von sexuell eindeutigen Inhalten trennen. Das berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg

Viele Sex-Arbeiter:innen würden um ihre wichtigste Einnahmequelle umfallen

Demnach will die Webseite ihen User:innen ab Oktober verbieten, pornografisches Material zu veröffentlichen. Das ist ein harter Schlag für viele Sex-Arbeiter:innen, die OnlyFans genutzt haben, um sich von der Porno-Industrie unabhängig ihr Geschäft zu sichern. Mittlerweile ist es oft die wichtigste Einnahmequelle der Darsteller:innen.

User:innen haben bei OnlyFans die Möglichkeit, ähnlich wie auch auf Instagram, die Kanäle ihrer Lieblinge zu abonnieren – bislang mit zwei Unterschieden: Auch pornografisches Material war erlaubt, und das Abo kostete einen monatlichen Betrag, den die Betreiber:innen frei wählen konnten und von dem OnlyFans 20 Prozent einbehielt.

Letztes Jahr betrug der Umsatz zwei Milliarden Dollar

Ein Geschäftsmodell, das sich gerade während der Corona-Pandemie gut entwickelt hat. Bloomberg zufolge hat OnlyFans mehr als 130 Millionen Nutzer:innen. Letztes Jahr maxchte das Unternehmen einen Umsatz von zwei Milliarden Dollar, dieses Jahr dürfte sich dieser Wert vielleicht sogar verdoppeln.

Doch mit der Popularität kamen auch die Probleme: Zahlungsanbieter hatten mit dem Schmuddelimage der Seite, und auch bei der augenblicklichen Suche nach externen Investoren war das derzeitige Portfolio eher hinderlich. Die Seite wird derzeit von seinem Gründer Tim Stokely geleitet, Inhaber ist der Internet-Unternehmer Leonid Radvinsky.

Es geht um die „langfristige Entwicklung“ der Seite

„Um die langfristige Entwicklung unserer Seite zu sichern, und um weiterhin eine inklusive Community von Schöpfern und Fans bereitzustellen, müssen wir unsere Inhalts-Richtlinien weiterentwickeln“, heißt es in einer Mitteilung von OnlyFans.

OnlyFans möchte sich nun offenbar auf andere Sparten konzentrieren – etwa Musiker:innen, die ihren Fans einen besonderen Zugang zu ihrer Arbeit anbieten möchten, Fitness-Trainer:innen oder Köch:innen – ähnlich wie der Mitbewerber Patreon.

Die Sex-Arbeiter:innen sollen trotzdem noch Nacktfotos posten können, solange diese „mit den OnlyFans-Richtlinien vereinbar sind“, versuchte die Firma am Donnerstag ihre treusten Kunden zu beruhigen. Was das genau heißt, will die Firma später bekanntgeben.