Säureanschlag auf queeres Zentrum in Bremen

Nun sucht die Polizei Zeug:innen

Hartmut Müller/Rat&Tat

Einen mutmaßlich queerfeindlichen Anschlag hat es am Montag in Bremen gegeben: Wie die Polizei mitteilt, haben Unbekannte gegen 21.30 Uhr eine stinkende und reizende Flüssigkeit, vermutlich Buttersäure, vor dem queeren Beratungszentrum “Rat & Tat” verteilt. 

Fünf Besucher des Cafés bemerkten den üblen Geruch

Den Angaben der Polizei zufolge haben fünf Männer, die sich am Montagabend im Café des Beratungszentrums aufgehalten haben, einen sehr unangenehmen Geruch bemerkt. Ihnen wurde übel, sie gingen nach draußen. Dabei bemerkten sie, dass im Eingangsbereich Reste der Flüssigkeit verteilt waren. 

Sie riefen die Polizei, die Spuren sicherte. Die Männer selbst litten durch den Anschlag mit der Stinkbombe unter anderem an Kopfschmerzen. Die Exekutive ermittelt wegen vorsätzlicher Körperverletzung.  

Nun prüft der Bremer Staatsschutz, ob die Tat einen LGBTI-feindlichen Hintergrund hat. Die Polizei hofft in diesem Zusammenhang auf Hinweise von möglichen Zeug:innen. Diese nimmt der Kriminaldauerdienst unter +49/(0)421/362-3888 entgegen. 

Nicht der erste Angriff auf das Beratungszentrum in letzter Zeit

Es ist nicht das erste Mal, dass “Rat & Tat” in den letzten Monaten zur Zielscheibe queerfeindlicher Angriffe wird, wie das Zentrum auf seiner Homepage schreibt: “Vor Kurzem wurde nun die Plexiglasscheibe, die wir zum Schutz vor Attacken mit faulem Fisch und ähnlichem angebracht hatten, zerstört und bei einer Veranstaltung wurden Fahnen abgerissen”, heißt es dort. 

Auch mit Buttersäure-Angriffen kennt man sich bei dem Beratungszentrum in der Theodor-Körner-Straße aus: So sei es bereits im Herbst 2016 und anlässlich der Öffnung der Ehe ein Jahr später zu Angriffen mit der übelriechenden Flüssigkeit gekommen.  

Queerfeindliche Angriffe in Bremen immer häufiger

Die Aktivist:innen fordern von der Politik “endlich Ernst zu machen mit dem Schutz von LSBTIQ”. Denn erst vor gut einer Woche hatte es einen offenbar queerfeindlichen Angriff auf eine in der Community beliebte Bar gegeben. Betroffene solcher Angriffe ruft “Rat & Tat” auf, jeden Vorfall zu melden. 

Auch Maja Tegeler, queerpolitische Sprecherin der Bremer Linken-Fraktion, verurteilte den Anschlag und rief zu Solidarität mit dem Zentrum auf. Sie forderte die Politik auf zu handeln und die Stelle des Beauftragten für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Interpersonen (LSBTI) bei der Polizei aufzustocken.