Zum Beginn von Folsom: Homophober Vorfall in Berlin

Der Staatsschutz ermittelt wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung

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In Berlin versammelt sich gerade die europäische Fetisch-Szene zu Folsom Europe – und auch die Männer in Leder sind nicht vor homophoben Übergriffen in der deutschen Hauptstadt gefeit, wie ein Zwischenfall am Mittwoch beweist. 

Eierwurf auf ein Lokal in der Kleiststraße und davor stehende Feiernde

Wie die Berliner Polizei berichtet, sollen Unbekannte gegen 23.45 Uhr aus einem unbeleuchteten Auto heraus Eier auf eine Gruppe von etwa 40 Personen geworfen haben, die vor einem Nachtlokal in der Kleiststraße, mitten im Berliner Regenbogenkiez, feierten. Währenddessen beleidigten sie die Feiernden schwulenfeindlich. 

Ein 38-Jähriger wurde von einem der Eier am linken Bein getroffen. “Verletzt wurde glücklicherweise niemand”, wie die Polizei in ihrer Pressemitteilung schreibt. Die Gäste sprachen danach Polizist:innen des zuständigen Abschnitts 41 an, die sich auf Streife befanden. Dabei schilderte der 38-Jährige den Vorfall. 

Gegen die Unbekannten wird wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung ermittelt. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. 

Es gibt bei der Berliner Polizei eigene Ansprechpersonen für LGBTI 

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität seit einigen Jahren gezielt öffentlich. Deshalb wird – verglichen mit anderen Städten im deutschsprachigen Raum – verhältnismäßig oft darüber berichtet.   

Außerdem können Opfer von Hasskriminalität in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LSBTI.  Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden. 

Wie das Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo im Mai berichtet hat, ist zwar die Zahl der gemeldeten LGBTI-feindlichen Übergriffe in Berlin im letzten Jahr coronabedingt zwar deutlich gesunken – dafür wurden mehr als doppelt so viele Beleidigungen im Netz gemeldet. Die meisten realen Vorfälle ereigneten sich dabei am helllichten Tag in der Öffentlichkeit. Fast ein Viertel dieser Fälle waren Körperverletzungen.