Attacke im Klassenzimmer: 17-Jährige bedrohen 19-Jährigen mit dem Tod

Polizei
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In seiner eigenen Schulklasse wurde ein 19-Jähriger am Freitag in Berlin bei einer schwulenfeindlichen Attacke bedroht und geschlagen. Die mutmaßlichen Angreifer konnten von der Polizei festgenommen werden. 

Lehrer informierten die Polizei, die sich um die Angreifer kümmerten

Bisherigen Erkenntnissen zufolge ereignete sich der Angriff gegen 11.20 Uhr im Oberstufenzentrum an der Cyclopstraße im Statteil Wittenau: Ein 17-jähriger Bursche und ein gleichaltriges Mädchen kamen in seiner Klasse auf den Jugendlichen zu. Plötzlich schlug der Bursche dem Jugendlichen auf den Oberkörper und bedrohte ihn mit dem Tod. Danach drohte ihm auch das Mädchen mit dem Umbringen. 

Anwesende Lehrer:innen bemerkten die Bedrohungen und informierten die Schulleitung. Die Polizei wurde alarmiert, die Beamt:innen nahmen die beiden 17-Jährigen fest. Nach Feststellung ihrer Identitäten wurden sie wieder laufen gelassen. Sie müssen sich nun wegen des Verdachts der homophoben Bedrohung und der Körperverletzung verantworten. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. 

Zahl der Attacken in Berlin steigt wieder

Erst wenige Tage zuvor hat es eine weitere schwulenfeindliche Attacke gegeben. Mitten im Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz war eine Gruppe Männer vor einer Schwulenbar aus einem Auto heraus mit Eiern beworfen und beschimpft worden. 

Wie das Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo im Mai berichtet hat, ist zwar die Zahl der gemeldeten LGBTI-feindlichen Übergriffe in Berlin im letzten Jahr coronabedingt zwar deutlich gesunken – dafür wurden mehr als doppelt so viele Beleidigungen im Netz gemeldet. Die meisten realen Vorfälle ereigneten sich dabei am helllichten Tag in der Öffentlichkeit. Fast ein Viertel dieser Fälle waren Körperverletzungen.