Geschäft eines schwulen Paares in Rostock mit Hassparolen beschmiert

Auch das Schloss der Eingangstüre wurde unbrauchbar gemacht

Schmierereien in Rostock
Holger Wolf/Facebook

In Rostock-Warnemünde haben Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag die Scheiben des Tierbedarfgeschäfts eines schwulen Ehepaars mit Hakenkreuzen und extrem schwulenfeindlichen Parolen beschmiert. Das berichten die Norddeutschen Neuesten Nachrichten.

Erst Ende August wurde das Geschäft in Warnemünde eröffnet

Erst seit August verkaufen Holger und Stefan Wolf im Geschäft„Pet Shop Boyz“ Heimtierbedarf. Am Donnerstag gegen sieben Uhr hat die Vermieterin das Ehepaar angerufen und sie über die Schmierereien informiert. „Ich war so fassungslos, dass ich erst einmal ein bisschen geheult habe“, so Holger Wolf gegenüber der Zeitung.

Unbekannte hatten neben mehreren Hakenkreuzen mit schwarzer Farbe Sprüche wie „Homo aus“, „Kinderficker“ und „Schwuch[tel]verein“ auf alle vier Scheiben des Geschäfts und die Glasscheibe der Eingangstüre gesprüht. Das Schloss wurde außerdem mit Nägeln und Silikon unbrauchbar gemacht.

Auch Nachbarn und andere lokale Geschäftsleute sind entsetzt

„Wir haben sofort die Polizei informiert und im Rathaus angerufen“, so Wolf über die nächsten Schritte. Die Polizei hat vor Ort eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen aufgenommen. Die Ermittlungen führt das zuständige Fachkommissariat der Rostocker Kriminalpolizei.

Über Facebook hat das Ehepaar dann die Öffentlichkeit über den Vandalenakt informiert. Nachbarn und Geschäftsleute aus der Gegend zeigen sich über den Vorfall entsetzt. „Wir verurteilen ganz klar die homophobe Hetze und finden, dass es ein ziemlich feiger Anschlag ist“, kommentierte etwa Claudia Gelow vom Verein „Bunt statt Braun“.

Das Paar will sich von dem Hass nicht einschüchtern lassen

Holger und Stefan Wolf betreiben unter dem Namen „Pet Shop Boyz“ einen Online-Handel sowie zwei Geschäfte in Hamburg und je einen in Sylt, Münster und eben Warnemünde. Dieser sei der neueste Ableger – solchen Hass habe man noch nicht erlebt, erklärt Holger Wolf der Zeitung.

Doch aufgeben will das Paar nicht. Man sei in Warnemünde „total freundlich aufgenommen“ worden und auch das Geschäft sei gut angenommen worden. „Wir wollen uns nicht verstecken, wir leben ganz offen unsere Partnerschaft“, gibt sich Holger Wolf betont kämpferisch.