Westin Leipzig: Kelly-Manager schwulenfeindlich beleidigt?

Neuer Vorfall nach der "Davidstern-Affäre" um Sänger Gil Ofarim

Westin Leipzig
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Der Skandal rund um das “Westin Leipzig” weitet sich aus: Gestern wurde bekannt, dass der bekannte Musiker Gil Ofarim offenbar wegen seines Davidsterns zunächst nicht in das Hotel einchecken durfte. Erst als er den Stern abnahm, bekam er seine Zimmerschlüssel. 

Und das Verhalten dürfte kein Einzelfall sein. Denn nun meldet sich auch der Manager von Patricia Kelly mit seinen Erfahrungen zu dem Leipziger Hotel zu Wort: Er sei im Leipziger Westin-Hotel schwulenfeindlich beschimpft worden. Das Hotel schweigt zu den Vorwürfen. 

„Wegen dir, du Drecks-Schwuchtel bin ich jetzt hier raufgekommen?“

Gegenüber RTL berichtete Piero Vecchioli, Manager von Stars wie Patricia Kelly, Daniele Negroni oder den YouTubern “Bars and Melody”, dass auch er schlechte Erfahrungen mit dem Hotel, das seit 2003 zur Starwood-Gruppe gehört, gemacht hat. Am 4. Oktober 2020 beschwerte er sich im Hotel über sein Zimmer: So habe er fremde Haare auf dem Bett gefunden und der Ausfluß im Bad sei verstopft gewesen. 

Schließlich sei ein hoher Mitarbeiter gekommen und habe “an die Türe gepoltert”, so der Musikmanager in einer schriftlichen Stellungnahme. “Als ich öffnete, schaute er mich von oben bis unten an und sagte: ‚Wegen dir, du Drecks-Schwuchtel bin ich jetzt hier raufgekommen?’”, erinnert sich der gebürtige Schweizer. Er solle “so schnell wie möglich in das Scheiß-Land zurückreisen”, empfahl ihm der Hotelangestellte. 

Statt einer Entschuldigung gab es ein Hausverbot

Vecchioli beschwerte sich beim Hauptsitz der Hotelkette – und dort reagierte man, höflich formuliert, etwas unkonventionell: Anstatt die Zustände im Leipziger Hotel zu prüfen, bekam der Musik-Manager dort Hausverbot. “Durch Ihr Verhalten am 4. Juni 2020 gegenüber unseren Mitarbeitern haben Sie den Hotelbetrieb nachhaltig gestört”, zitiert RTL aus dem Schreiben: “Wir sehen uns deshalb gezwungen, Ihnen für unser Hotelgebäude […] unbeschränktes Hausverbot zu erteilen.” 

Bei einem Verstoß kündigt das Hotel juristische Konsequenzen an. In einer weiteren Mail an Universal Music bekräftigte das Hotel-Management, dass “Herr Vecchioli gegen alle Regeln der Hausordnung“ verstoßen habe und man ab jetzt „nicht mehr das richtige Hotel für ihn” sei. Eine weitere Stellungnahme des Hotels zu dem Vorfall gibt es bis jetzt nicht. 

Solidarität mit Gil Ofarim – unterdessen klagt der Mitarbeiter den Sänger

Im Fall Gil Ofarim reagiert das Hotel, nachdem der Fall international Schlagzeilen machte: Der betreffende Mitarbeiter sei beurlaubt worden, berichtet unter anderem die Leipziger Volkszeitung. Man sei ein “weltoffenes Hotel”, so die stellvertretende Hotelmanagerin. Auf Instagram postete das Hotel ein Bild, das die Mitarbeiter:innen mit einem Transparent zeigt, das die israelische Flagge und ein Halbmondsymbol zeigt. 

Bemühungen, die nun offenbar der betreffende Mitarbeiter unterläuft: Medienberichten zufolge soll er Ofarim, unter anderem wegen Verleumdung, angezeigt haben. Der Mann schildere den Vorfall mit dem Künstler Gil Ofarim „deutlich abweichend von den Auslassungen des Musikers“, so Polizeisprecher Olaf Hoppe.