Berliner Terroranschlag: Schwuler Ersthelfer stirbt an den Folgen seiner Verletzung

Damit ist die Zahl der Opfer vom Anschlag am Breitscheidplatz auf 13 gestiegen

Brandenburger Tor
Visit Berlin - CC BY-NC-ND 2.0

Knapp fünf Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ist die Zahl der Opfer auf 13 gestiegen: Wie sein Mann jetzt bestätigte, starb Sascha Hüsges bereits am 5. Oktober im Alter von 49 Jahren an den Folgen einer schweren Verletzung, die er als Ersthelfer erlitten hatte. Nun soll er auch offiziell als Opfer des Terroranschlags anerkannt werden.

Beim Versuch zu helfen erlitt Hüsges eine schwere Kopfverletzung

Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet, starb Hüsges an den Folgen einer schweren Verletzung, die er als Ersthelfer erlitten hatte: Nachdem der LKW des Attentäters zum Stillstand gekommen war, eilte er Besucher:innen zu Hilfe und wurde dabei vermutlich von einem Balken am Kopf getroffen.

Dabei erlitt Hüsges eine schwere Kopfverletzung. Seitdem musste er von seinem Ehemann und einem Pfleger rund um die Uhr betreut werden. Sein Mann sei in der gemeinsamen Wohnung in Bonn an einer Infektionskrankheit infolge der Langzeiterkrankung gestorben, so der Witwer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die beiden Männer waren rund drei Jahrzehnte ein Paar.

Hinterbliebene wollen, dass auch der Ersthelfer offiziell als Opfer anerkannt wird

In einem Brief an die Berliner Senatskanzlei und den Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses wünschen sich die Hinterbliebenen und Opfer nun, dass Hüsges‘ Name als Zeichen der Anerkennung und des Respekts für seinen Einsatz ebenfalls auf den Stufen der Gedenkstelle an der Gedächtniskirche verewigt werden soll.

Dort stehen bereits die Namen der anderen zwölf Todesopfer. In dem Schreiben wünschen sich die Hinterbliebenen eine „unbürokratische Umsetzung“ bis zum fünften Jahrestag des Anschlags am 19. Dezember. In einer ersten Stellungnahme hat sich der Berliner Senat für diesen Vorschlag durchhaus offen gezeigt.

Der Berliner Senat zeigt sich für diesen Vorschlag offen

„Im Senat war klar, (…) dass es sich um jemanden handelt, der als Opfer anzusehen ist“, so Finanzsenator Matthias Kollatz von der SPD gegenüber dem rbb. Wenn es der Wunsch der Angehörigen sei, „werden wird selbstverständlich schauen, dass wir auch an den Stufen, wo der anderen Opfer gedacht wird, die entsprechende Gestaltung anpassen“, so Senatssprecherin Melanie Reinsch. Dazu wolle man Kontakt mit den Angehörigen aufnehmen.

Bei dem islamistischen Anschlag am 19. Dezember 2016 kamen nach dem Tod des Ersthelfers Sascha Hüsges insgesamt 13 Menschen ums Leben, mehr als 60 wurden verletzt.