Mittwoch, 24. Juli 2024
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Chinesische LGBTI-Organisation gibt überraschend auf

Offenbar wurden die staatlichen Kontrollen immer strenger

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In China hat LGBT Rights Advocacy China, eine der renommiertesten Organisationen für Angehörige sexueller Minderheiten, ihren Betrieb letzte Woche überraschend eingestellt. Alle Social-Media-Kanäle sind bereits gelöscht. Eine offizielle Begründung für die Schließung gibt es nicht. 

Die Hintergründe des Rückzugs sind unbekannt

„Wir freuen uns auf den Tag, an dem sich die Wolken verzogen haben und wir den blauen Himmel sehen können“, heißt es in der letzten Mitteilung der Geschäftsführung. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP bestätigte ein Mitglied, das anonym bleiben wollte, dass alle Aktivitäten der Organisation eingestellt wurden. 

Über die Hintergründe dieses Schrittes gibt es keine gesicherten Informationen – vermutlich dürfte das Ende von LGBT Rights Advocacy China aber an den immer stärker werdenden staatlichen Kontrollen liegen. Erst im November gab das chinesische Ministerium für zivile Angelegenheiten die Schließung von 3300 „illegalen“ Organisationen bekannt. Eine Anfrage, ob sich darunter auch diese Organisation befindet, blieb unbeantwortet. 

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Der Gegenwind – auch der Behörden – wurde zuletzt immer heftiger

LGBT Rights Advocacy China hatte in ganz China die Diskriminierung von Angehörigen sexueller Minderheiten am Arbeitsplatz bekämpft und sich für Sichtbarkeit und LGBTI-Rechte eingesetzt. Das ist in China nicht immer einfach – denn auch, wenn homosexuelle Handlungen in China legal sind, wird das Thema gesellschaftlich – und damit auch auf Druck der allmächtigen Partei – stark tabuisiert.  

So unterstützte die Organisation unter anderem eine Studentin, die drei Jahre lang gegen einen Verlag kämpfte, der Homosexualität in einem Lehrbuch als „psychosexuelle Störung“ definierte. Sie klagte wegen der Veröffentlichung von Büchern mit „fehlerhaften und irreführenden Inhalten“ – und verlor letztendlich.