Gran Canaria: Winterpride spült bis zu 30 Millionen Euro in die Tourismus-Kassen

Mit der schwulen Community kommt die Insel aus dem Corona-Tief

Dünen von Maspalomas
Adobe Stock

Kaum ein Land ist von der Corona-Krise so stark gebeutelt worden wie Spanien. Auf Gran Canaria spült jetzt die schwule Community Geld in die Kassen der Tourismus-Betriebe: Die gerade zu Ende gegangene Winterpride könnte der Insel bis zu 30 Millionen Euro gebracht haben, berichtet das Portal Infos Gran Canaria

30.000 zusätzliche Besucher retten das Corona-Jahr

So schätzen die Veranstalter:innen, dass die Veranstaltung etwa 30.000 zusätzliche Besucher auf die Insel gebracht hat – trotz einiger Beschränkungen. So wurde bewusst auf den Begriff “Party” verzichtet und die maximale Kapazität vor der großen Bühne der Winterpride mit 1.000 Personen festgelegt. 

Das führte allerdings dazu, dass sich Besucher:innen in den Bars und Restaurants in der Nähe tummelten – was nicht immer den geltenden Corona-Richtlinien entsprach. Allerdings schritten weder die Polizei noch die Veranstalter ein. 

Die Winterpride-Woche war die stärkste des ganzen Jahres

Gran Canaria profitierte in dieser Woche von der Loyalität der schwulen Community gegenüber ihren Reisenzielen: Aktuellen Studien des Tourismusverbandes war die Winterpride-Woche die umsatzstärkste des Jahres. Die Gäste, im Schnitt zwischen 35 und 55 Jahre alt, bleiben dabei im Durchschnitt neun Nächte. 

Für Emiel Wijnberg, einen der Veranstalter der Winterpride auf Gran Canaria, ist das LGBTI-Event “der Schlüssel” für die Erholung der Tourismusbranche auf der Insel. Und das, obwohl das beliebte Cruisen auf den Dünen von Maspalomas seit einiger Zeit behördlich verboten ist

Seit fast 20 Jahren arbeitet der Hotel- und Tourismusverband der Hauptstadt Las Palmas daran, die schwul-lesbische Zielgruppe mit besonderen Angeboten auf die Insel zu locken, viele Spezialreiseveranstalter haben sich inzwischen auf Gran Canaria etabliert. Im Jahr 2009 machten die Inselbewohner damit 500 Millionen Euro Umsatz.