Nordrhein-Westfalen: Chaos um Sauna-Öffnungen

Schwulensaunen im ganzen Land müssen Schließen - mit einer Ausnahme...

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Wer sich über den Jahreswechsel in Nordrhein-Westfalen in einer Schwulensauna entspannen wollte, stand vor geschlossenen Türen. Wie das Online-Portal queer.de berichtet, liegt das an einer aktualisierten Version der Corona-Schutzverordnung, die die Betriebe überrascht haben dürfte – und offenbar auch nicht im ganzen Bundesland umgesetzt wird.

Mit einer Änderung der Verordnung mussten Saunen vor Silvester plötzlich schließen

Mit der neuen Verordnung, die am 30. Dezember in Kraft trat, wurde „der Betrieb von Swingerclubs sowie vergleichbare Angebote, insbesondere in Bordellen und Prostitutionsstätten“ jenen von Clubs und Discotheken gleichgestellt und damit verboten. Seit 2020 stellt das Land Nordrhein-Westfalen Schwulensaunen mit Bordellen gleich – was bereits zu heftiger Kritik aus der LGBTI-Community geführt hat.

Zuvor konnten die Saunen unter Einhaltung der 2G+-Regel – Geimpft oder genesen plus aktueller Test – offenhalten. Diese Richtlinie wurde von den Betrieben auch penibel eingehalten. Die neue Regelung gilt vorerst bis 12. Jänner. Allerdings könnte sie – auch aufgrund der immer stärker werdenden Omicron-Variante – verlängert werden.

Für die Betreiber:innen der Saunen kam die Verordnung offenbar überraschend, wenn man ihre Auftritte in Sozialen Netzwerken verfolgt. Dort wurde am 30. Dezember die Schließung kommuniziert, weitere Informationen versprechen etwa die Betreiber:innen des Badehauses Babylon in Köln, den Phoenix-Saunen in Köln und Düsseldorf oder der Ruhrwellness Mülheim in den kommenden Tagen.

In Essen dürfen die Saunen aber weiterhin offen halten

Um die Verwirrung komplett zu machen, scheinen die strengen Regen allerdings nicht für alle Schwulensaunen in Nordrhein-Westfalen zu gelten. So haben die Pluto Männersauna und die Metropol-Sauna in Essen weiterhin geöffnet – weder auf der Homepage noch in Sozialen Medien gibt es Hinweise auf eine Schließung. Denn für die Umsetzung der Regeln sind die Kommunen zuständig – und die Stadt Essen stuft die Saunen offenbar als Schwimmbad ein.

So verworren wie in Nordrhein-Westfalen ist die Regelung, ob Schwulensaunen offenhalten dürfen, in ganz Deutschland. Denn es gibt keine einheitliche Regelung. In Bayern haben die Saunen bereits wieder seit dem 24. November geschlossen, in Berlin gilt weiterhin die 2G+-Regel. In Österreich können die Saunen unter Einhaltung der 22-Uhr-Sperrstunde offenhalten.