Thierry Mugler ist tot

Die Stilikone starb unerwartet im Alter von 73 Jahren

Thierry Manfred Mugler
Thierry Manfred Mugler/Facebook

Der französische Modedesigner Thierry Manfred Mugler ist tot. Er ist am Sonntag im Alter von 73 Jahren „unerwartet und eines natürlichen Todes“ gestorben, so ein Sprecher des Designers. Mugler, dessen Familie nach dem Zweiten Weltkrieg aus Linz nach Straßburg auswanderte, gehört zu den einflussreichsten Modemachern des 20. Jahrhunderts. Auch auf dem Life Ball hinterließ er seine Spuren.

Von Straßburg ging es für Mugler mit 20 Jahren nach Paris

Mugler wurde 1948 geborgen, mit 14 Jahren wurde Mugler in das Ballettcorps der Opera du Rhin aufgenommen und besuchte anschließend die Kunstgewerbeschule in Straßburg. Zu dieser Zeit schuf er auch seine ersten Entwürfe – aus Kleidungsstücken vom Flohmarkt. Mit 20 Jahren zog es Mugler schließlich nach Paris – er begann an der „École Arts Decoratifs“ sein Studium in Modedesign. In den Im Jahr 1973 gründete er schließlich sein Label „Mugler“.

Zu dieser Zeit schuf der offen schwule Designer auch die „Mugler-Frau“, eine selbstbewusste Frau mit Schulterpolstern, tiefem Ausschnitt, enger Taille und gewagte High Heels – die weiblichen Formen zur Geltung zu bringen war sein Ziel. Bei der Wahl der Materialien ignorierte er die geltenden Grenzen: Lack, Leder, Nieten, Chrom, Plexiglas oder Gummireifen – Mugler definierte, was in der Haute Coture möglich ist, neu.

Mugler war ein echter Pionier der Haute Couture

Er galt auch als Pionier in der Inszenierung großer Modeschauen. So gehörte Mugler zu den ersten, die 1998 eine Modeschau im noch jungen Medium Internet gestreamt haben. Von den Requisiten bis zum Soundtrack – alles passte zusammen. Einer der Höhepunkte seines Schaffens war wohl „La Chimère“, das als eines der aufwändigsten und teuersten Kleider der Welt gilt.

Auch war er einer der ersten „modernen“ Modeschöpfer, die in der Parfumbranche erfolgreich waren. Sein erstes Damenparfum „Angel“, das 1992 auf den Markt kam, war ein großer Erfolg und machte sogar dem legendären „N°5“ von Chanel den ersten Platz bei den meistverkauften Parfums streitig. Ende der 1990er gab er die Markenrechte an den Kosmetikkonzern Clarins ab.

In den 2000er Jahren ordnete Mugler sein Leben neu

Aus dem Modebusiness hatte sich Mugler 2002 zurückgezogen. Zu dieser Zeit gab es auch einige persönliche Veränderungen: Er zog Anfang der 2000er Jahre nach New York und veränderte sein Aussehen durch Bodybuilding und plastische Eingriffe. Außerdem widmete er sich Meditation und Yoga. Seit 2007 nannte er sich Manfred T. Mugler, lebte auch eine Zeitlang in Berlin, um den vibrierenden Rhythmus der Stadt einzufangen – genau wie sein Wegbegleiter Jean-Paul Gaultier.

Bis zuletzt entwarf er aber Kostüme und Outfits für Showgrößen wie Lady Gaga, Beyonce und Cardi B. Seinem Sprecher zufolge wollte er dieser Tage neue Kooperationen bekanntgeben. Zu seinen Kund:innen zählten außerdem Topmodels und Stars wie Jerry Hall oder Diana Ross, David Bowie oder die Pet Shop Boys. Große Aufmerksamkeit erreichte auc „The Wyld – Nicht von dieser Welt“, eine Revue im Berliner Friedrichstadt-Palast, für die Mugler als Autor, Regisseur und Kostümbildner tätig war.

Unter Prominenten herrscht tiefe Trauer über den Tod von Thierry Mugler. „Ich werde dich vermissen, Thierry Mugler, das war eine wundervolle Zeit in unseren Leben“, schrieb etwa Soul-Diva Diana Ross aus Twitter. Modefotograf Mario Testino postete fünf gebrochene Herzen unter die Mitteilung zu Muglers Tod auf Instagram. Auf Facebook hat Life-Ball-Mastermind Gery Keszler Mugler als „ultimative Inspiration für mich und viele andere“ bezeichnet: „Ohne dich hätte es keinen Life Ball gegeben“. Mugler hatte unter anderem die Modenschau beim ersten Life Ball 1993 bestückt.