Konversionstherapien: Israel legt „Homo-Heilern“ das Handwerk

Gesundheitsminister: "Ihr seid toll und schön genau so wie Ihr seid"

Israelische Flagge
Zachi Evenor/Wikimedia - CC BY 3.0

Israel verbietet ab sofort dubiose ”Therapien” zur angeblichen Heilung von Homosexualität. Das hat der offen schwule Gesundheitsminister Nitzan Horowitz heute auf Twitter bekanntgegeben.

Harte Strafen für Täter:innen, ermunternde Worte für die Community

“Sexuelle Orientierung ist kein Problem, das eine Behandlung braucht und ‚Konversionsbehandlungen‘ sind keine Behandlungen”, so der Minister: “Lesben, Schwule, Transpersonen und Heterosexuelle, Ihr seid toll und schön genau so wie Ihr seid.”

Wer sich dennoch an diesem “gefährlichen Missbrauch der jungen LGBT-Gemeinschaft” – so der Minister – beteilige, müsse mit Strafen rechnen, so Horowitz weiter. Damit reiht sich Israel in eine immer länger werdende Liste von Ländern ein, die hart gegen “Homo-Heiler” vorgehen.

In immer mehr Ländern sind „Konversionstherapien“ verboten

Erst vor zwei Wochen hat der französische Staat einstimmig für ein Verbot von “Konversionstherapien” gestimmt. Hier drohen bei Verstoß gegen die Regeln bis zu drei Jahre Haft oder 45.000 Euro Geldstrafe. Auch Malta, Teile von Spanien oder Deutschland haben diese Behandlungen bereits verboten. In Deutschland greift das Verbot aber nur bei Minderjährigen.

In Österreich ist die Rechtslage nicht so einfach: Ärzt:innen und Psycholog:innen seien solche Behandlungen aufgrund ihrer Berufsregeln verboten, argumentiert das Gesundheitsministerium. Ein generelles Verbot, etwa für kirchliche Bereiche, gibt es aber – trotz zweier entsprechender Beschlüsse des Nationalrats – bis heute nicht. Hier ist die Regierung säumig, erst Ende Jänner wurde ein entsprechener Antrag der SPÖ abgelehnt.

Israel gilt als LGBTI-Leuchtturm im Nahen Osten. Vor allem die Küstenmetropole Tel Aviv gilt als besonders liberal. Gleichgeschlechtliche Paare können allerdings zum Beispiel nicht heiraten, da es keine Zivilehe gibt. Dafür ist das Land bei der Anerkennung von Regenbogenfamilien mit Kindern aus dem Ausland sehr offen.