US-Schauspieler William Hurt gestorben

Für seine Hauptrolle in "Der Kuss der Spinnenfrau" bekam er einen Oscar

William Hurt
Tony Shek/Wikimedia - CC BY-SA 2.0

US-Schauspieler William Hurt ist tot. Er ist am Sonntag im Alter von 71 Jahren gestorben. Das berichten US-Medien unter Berufung auf seinen Sohn Will. Für seine Hauptrolle als schwuler Häftling im Film „Der Kuss der Spinnenfrau“ hat er 1985 einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen.

Seine Rolle als schwuler Häftling brachte ihm den Oscar

Im ersten Hollywood-Film des Regisseurs Héctor Babenco spielte er Luis Molina – einen Mann, der Männer liebt, sich mit Frauen identifiziert und während der brasilianischen Militärdiktatur mit anderen politischen Gefangenen im Gefängnis sitzt – und dort nicht zum Verräter werden will. Auch in den beiden folgenden Jahren wurde er für seine Darstellungen im Gehörlosen-Drama „Gottes vergessene Kinder“ und der Mediensatire „Nachrichtenfieber – Broadcast News“ erneut als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert.

Auch mit seinen Rollen in Filmen wie „Der große Frust“ und dem Gangsterdrama „A History of Violence“, das ihm eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller einbrachte, hatte Hurt die Aufmerksamkeit der Filmkritik erreicht. Zuletzt hatte Hurt, der auch als Theaterschauspieler bekannt war, in einigen Verfilmungen der Marvel-Reihe den General Thaddeus „Thunderbolt“ Ross gespielt. 

Er war für seine gewissenhafte Arbeit bekannt

Zahlreiche Schauspielkollegen wie Antonio Banderas oder Mark Ruffalo bekundeten in den Sozialen Netzwerken ihr Beileid. Auf Twitter erinnerte sich Russell Crowe: „Während Robin Hood war mir bewusst, dass er einen Ruf hatte, Anderen Fragen zu deren Charakteren zu stellen. Also hatte ich einen Ordner über das Leben von William Marshall erstellt. Als er am Set ankam, hat er mich aufgesucht. Ich gab ihm meinen Stapel. Ich bin nicht sicher, ob ich je ein größeres Grinsen gesehen habe. Ruhe in Frieden.“

Sein Privatleben hat der vierfache Vater versucht, weitgehend unter Verschluss zu halten – was nicht immer gelang: So schrieb seine Ex-Freundin, die Schauspielerin Marlee Matlin, in ihren Memoiren, dass Hurt sie in der zwei Jahre dauernden Beziehung missbraucht haben soll. Eine Frau, mit der Hurt einen Sohn hatte, sorgte mit einer Unterhaltsklage für Aufsehen.

2018 wurde bei William Hurt Krebs diagnostiziert

In den 1980er und 1990er Jahren war William Hurt zweimal verheiratet. Eines seiner Kinder stammt aus der Beziehung mit der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire.

Hurt ist seinem Sohn zufolge eine Woche vor seinem 72. Geburtstag in Portland „friedlich, umgeben von seiner Familie“ gestorben. Im Mai 2018 wurde bei dem in Washington, DC als Sohn eines Diplomaten geborenen Darsteller Prostatakrebs im Endstadium diagnostiziert. Ob die Krebserkrankung auch die Todesursache von Hurt war, teilte sein Sohn nicht mit.