Kogler will Unterstützung queerer Menschen im Sport fördern

Vizekanzler sieht EuroGames 2024 in Wien als "Leuchtturmphase"

Sujetbild: LGBTI-Sport
Adobe Stock

Für die aktive Unterstützung queerer Menschen im Sport hat Vizekanzler Werner Kogler am Freitag in seiner Funktion als Sportminister plädiert. Entsprechende Diskriminierung sei ein „wichtiges Thema“, so der Grüne Politiker im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Haus des Sports. Dabei können die EuroGames 2024 eine wichtige Rolle spielen, ist Kogler überzeugt.

Entscheidend sind jene Projekte, die direkt aus der Gesellschaft kommen

„Gleichbereichtigung steht im Zentrum“, so der Vizekanzler, wichtig sei ein „Antidiskriminierungsgebot“ im Sport. Er würde deshalb auch mit Vereinen und Verbänden zusammenarbeiten – entscheidend seien aber jene Projekte, die direkt aus der Gesellschaft kämen, so Kogler.

„Sport ist die beste Veranstaltung, um Ressentiments aufzubrechen“, betonte er. Dabei könnten die EuroGames, die 2024 in Wien stattfinden, eine „Leuchtturmphase“ sein. Der Sportminister ist sich aber klar, dass die wirkliche Arbeit „vorher und nachher“ passieren müsse – zum Beispiel beim Fußball, der am Podium ein wichtiges Thema war.

„Ein Zugehörigkeitsgefühl ist sehr wichtig“

So betonte Oliver Egger, der einzige geoutete Fußballer Österreichs und LGBTI-Ombudsmann des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB), dass junge Sportler Vorbilder bräuchten: „Ein Zugehörigkeitsgefühl ist sehr wichtig“, so Egger, der bei seiner Arbeit in der Ombudsstelle „Fußball für alle“ mit den Ängsten gleichgeschlechtlich liebender Fußballer:innen konfrontiert ist. 

Auch der Verteidiger beim FC Gratkorn berichtet, dass er nach seinem Coming Out zwar überwiegend positive Erfahrungen gemacht, aber auch Beschimpfungen von Gegenspielern erlebt habe. Er hatte sich im Jahr 2016 bei seiner Geburtstagsparty geoutet, als er vor seinen Teamkollegen seinen Freund küsste.

Auch die Handball-Ligen wollen Geschlechterrollen aufbrechen

Jennifer Klein vom SKN St. Pölten ist ebenfalls sich sicher, dass Sport ein Vorreiter sein kann, wenn es darum geht, Themen anzusprechen und Akzeptanz zu schaffen. Ähnlich äußerte sich Sarah Townsend, Vizepräsidentin der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF): Es sei wichtig, Gemeinschaften zu bilden, hierbei trage der Sport eine große Verantwortung, betont sie.

Eine aktive Rolle dabei will Christoph Edelmüller, Geschäftsführer der Handball Ligen Austria spielen. Sein Ziel: Bereits bei Kindern ein Bewusstsein für Diskriminierung schaffen. „Wir setzen früh an und versuchen, Geschlechterrollen aufzubrechen“, betont er. Das könne in Workshops passieren oder symbolisch, etwa mit Regenbogenfahnen auf Trikots, so Edelmüller.