Frankfurt/Main: Dragqueen und ihre Begleiter mit Nothammer angegriffen

Fünf junge Männer greifen die Gruppe am Sonntag in der Früh an

Polizei
Symbolbild - Fotolia

Wieder hat es in Frankfurt am Main eine queerfeindliche Attacke gegeben: Am Sonntag sollen fünf Männer kurz vor 6.00 Uhr früh eine Dragqueen und ihre Begleiter in der Innenstadt angegriffen haben. Nun sucht die Polizei Zeug:innen der Tat.

Zuerst gab es eine schwulenfeindliche Beleidigung, dann flogen die Fäuste

Wie die Frankfurter Polizei berichtet, wurde ihnen eine Auseinandersetzung im Kreuzungsbereich Friedberger Straße/Alte Gasse/Schäfergasse gemeldet. Als die Streifenwagen dort ankamen, fanden sie eine Gruppe von Personen, die zuvor auf dem Gehsteig in Richtung Alte Gasse angegriffen worden war.

Der Polizei berichtete ein 26-Jähriger, dass ihn ein junger Mann aus einer anderen Gruppe unvermittelt schwulenfeindlich beleidigt hat. Als er sich verbal gegen diese Beleidigung wehrte, soll der Unbekannte mit seinen Fäusten geantwortet haben.

Aus dem Streit entwickelte sich eine Gruppenschlägerei

Daraufhin mischten sich auch die Begleiter des Unbekannten, laut Polizeibericht „mehrere junge Männer jugendlichen und heranwachsende Alters“ in den Streit ein und begannen, auf die Gruppe einzuprügeln. Ein 25-Jähriger wurde dabei mir einem Nothammer bedroht, eine 30 Jahre alte Dragqueen mit einem unbekannten Gegenstand am Kopf getroffen.

Anschließend soll einer der Angreifer mit dem Nothammer die Scheibe eines nahegelegenen Geschäfts in der Großen Friedberger Straße eingeschlagen haben. Beim Eintreffen der Polizei waren die Aggressoren bereits geflüchtet. Trotz der sofort eingeleiteten Fahndung konnten die Burschen nicht mehr gefunden werden.

Die Frankfurter Polizei sucht nach Zeug:innen

Nun sucht die Frankfurter Polizei nach ihnen und hat dazu Personenbeschreibungen veröffentlicht. So soll es sich bei den unbekannten Tätern um fünf junge Männer im Alter von etwa 16 bis 20 Jahren gehandelt haben. Der Mann, der den 26-Jährigen zu Beginn beleidigt hat, dürfte etwa 1,75 Meter groß sein und von normaler Statur. 

Er hat dunkle kurze Haare, einen Fünftage-Bart und eine Zahnlücke. Bekleidet soll er mit einer schwarzen Jogginghose und einem schwarzen Kapuzenpullover gewesen sein. Einer der mutmaßlichen Mittäter soll einen weißen Trainingsanzug getragen haben.

Zeug:innen, die entsprechende Beobachtungen gemacht haben oder sonstige Hinweise zu den Angreifern geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer +49/(0)69/755-10100 zu melden.

Immer wieder queerfeindliche Attacken in der Frankfurter Innenstadt

Erst vor zwei Wochen war die Dragqueen Electra Pain an der Konstablerwache von einer „Horde junger Männer“ mit Pfefferspray angegriffen worden. Der Vorfall sorgte für Empörung in der Stadtpolitik: Die Konstablerwache sei „insbesondere in den Abend- und Nachstunden ein unsicherer Ort für bestimmte Menschen“ geworden, so Dimitrios Bakakis, Chef der Grünen in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung.

Im März 2021 war eine trans Frau ebenfalls in der Frankfurter Innenstadt, unweit vom aktuellen Tatort, auf dem Rückweg von einer Veranstaltung angegriffen worden. Sie wurde von einem Mann und zwei seiner Freunde zunächst transfeindlich beschimpft, dann schlug ihr der Mann drei Mal ins Gesicht. Auch im Herbst 2020 war ein 20 Jahre alter Queer auf der Zeil transphob beleidigt und schwer verletzt worden – der Vorfall endete in einer Massenprügelei.