Zensur: Dumbledore darf in China nicht schwul sein

Der "Sommer, in dem Gellert und ich uns verliebten" bleibt für chinesische Fans ein Geheimnis

Jude Law als Dumbledore
Warner Bros.

Albus Dubledore darf in China nicht schwul sein: Wie das Filmstudio Warner Bros nun dem Branchenmagazin Variety  bestätigt hat, wurde für die chinesische Version des dritten Teils der „Phantastischen Tierwesen“ ein entsprechender Dialog herausgeschnitten. Für das Filmstudio ist diese Zensur kein Problem.

Das Liebesgeständnis fehlt in der chinesischen Version

So sitzen Dumbledore, gespielt von Jude Law, und der Bösewicht Gellert Grindelwald, gespielt von Mads Mikkelsen, zu Beginn des Films zusammen in einem Restaurant und sprechen sich aus: „Du hast gesagt, dass wir die Welt neu formen könnten“, sagt Grindelwald zu Dumbledore. 

Dieser erwidert: „Weil ich in dich verliebt war“. Auch ist die Rede vom „Sommer, in dem Gellert und ich uns verliebten“. Insgesamt dauert diese Sequenz nur sechs Sekunden – doch für China ist Homosexualität im Kino zu viel, auch wenn nur darüber geredet wird.

Der „Geist“ des Films sei „intakt“ geblieben, betont das Studio

Und so hat das verantwortliche Filmstudio Warner Bros die entsprechende Szene für die chinesische Version des Films „Phantastische Tierwesen“ herausgeschnitten. So sollte die Veröffentlichung des Films gesichert werden, heißt es. 

Als Zensur möchte man diese Maßnahme aber nicht verstanden wissen. Man sei „der Wahrung der Integrität jedes von uns veröffentlichten Films verpflichtet“ und achte, dass der „Geist“ des Films „intakt bleibt“, so Warner Bros – trotzdem gebe es „nuancierte Kürzungen“, um „sensibel auf eine Vielzahl von Faktoren auf dem Markt zu reagieren“. 

„Wir möchten, dass das Publikum auf der ganzen Welt diesen Film sieht und genießt, und es ist uns wichtig, dass auch das chinesische Publikum die Möglichkeit hat, ihn zu erleben, selbst mit diesen geringfügigen Änderungen“, heißt es in der Stellungnahme des Filmstudios gegenüber Variety weiter.

Immer wieder zensieren chinesische Behörden Segmente mit LGBTI-Inhalten

Die Zensur ist kein Einzelfall: Bereits 2016 hatten die chinesischen Behörden die Darstellung gleichgeschlechtlicher Liebe in Fernsehen und Kino verboten. Das führte unter anderem dazu, dass das Freddy-Mercury-Biopic „Bohemian Rhapsody“ gekürzt wurde. Zuletzt sorgte für Aufregung, dass auch mehrere Episoden der Fernsehserie „Friends“ gekürzt wurden, um queere Szenen zu verschleiern.

Dass Albus Dumbledore schwul ist, hat „Harry Potter“-Schöpferin J. K. Rowling bereits 2007 bestätigt. Sie erklärte auch, dass es zwischen Dumbledore und Grindelwald eine leidenschaftliche Liebesbeziehung gegeben habe – was allerdings in den erfolgreichen Büchern und Filmen bis jetzt nie richtig thematisiert wurde.