Brutaler Mord an zwei schwulen Männern erschüttert Irland

Wollte der Tatverdächtige auch andere schwule Männer angreifen?

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In der irischen Stadt Sligo im Nordwesten der Insel wurden innerhalb von 24 Stunden zwei schwule Männer in ihrem eigenen Zuhause ermordet. Nun wurde ein Tatverdächtiger verhaftet – und damit dürften weitere Gewalttaten verhindert worden sein.

Zwei tote Männer, kaum zwei Kilometer voneinander entfernt

Es war am vergangenen Montag, als der 41 Jahre alte Aidan Moffitt in seiner Wohnung in Sligo aufgefunden wurde. Seine Freund:innen beschreiben den Immobilienmakler und Lokalpolitiker als witzig und großzügig. Den Ermittler:innen ist klar: Es war kein natürlicher Tod. An der Leiche gab es deutliche Spuren massiver Gewalteinwirkung.

Einen Tag später entdeckten die beiden Nichten von Michael Snee ihren Onkel ebenfalls tot in seiner Wohnung – kaum zwei Kilometer vom ersten Tatort entfernt. Auch die Leiche des 58-Jährigen weist deutliche Spuren massiver Gewalteinwirkung auf. Die Nachbar:innen sind schockiert. „Er war immer da, wenn man ihn gebraucht hat“, sagt einer von ihnen dem Irish Independent.

Auch ein dritter Mann war wenige Tage zuvor angegriffen worden

Der Polizei ist klar: Dass zwei offen schwule Männer innerhalb von 24 Stunden in der knapp 20.000 Einwohner zählenden Stadt ermordet aufgefunden werden, ist kein Zufall. Sie geht von schwulenfeindlichen Hassverbrechen aus, die miteinander zusammenhängen.  Kennengelernt könnten die Opfer ihren Mörder über eine Dating-App haben, vermuten die Beamt:innen. 

Die Ermittler:innen vermuten auch einen Zusammenhang mit einem weiteren Angriff, den es in der Woche zuvor in Sligo gegeben hat: Ein Mann wurde dabei schwer im Gesicht verletzt.

Der Tatverdächtige kommt aus dem gleichen Ort

Am Mittwoch meldete die Polizei schließlich die Verhaftung eines Tatverdächtigen: Der 22-jährige Yousef Palani aus Sligo konnte festgenommen werden, als Beamt:innen das Gebiet in der Nähe eines der Tatorte durchforstet hatten. Er galt bis jetzt als unbescholten.

Die Polizei von Sligo geht davon aus, dass es der junge Mann gezielt auf schwule Männer abgesehen hat. Derzeit prüfen sie seine Internetaktivitäten für weitere Beweise. Gegenüber der Polizei soll er die Taten nicht abgestritten haben.

Die Beamt:innen fürchten, dass Palani weitere Männer angegriffen oder bedroht hat – die sich allerdings nicht getraut haben, die Vorfälle anzuzeigen. Auch die Vermisstenfälle in der Region werden auf mögliche weitere Opfer des 22-Jährigen durchforstet.