Queeres Jugendzentrum: Ausschreibung startet im Sommer

Spätestens übernächstes Jahr soll das Jugendzentrum in Betrieb gehen

Sujetbild: Schwule Jugendliche
Sujetbild - Adobe Stock

Die Vorbereitungen für das erste queere Jugendzentrum in Wien laufen auf Hochtouren. Die Vorbereitungen für die notwendigen Ausschreibungen sollen noch vor dem Sommer abgeschlossen sein, heißt es aus dem Büro des zuständigen Vizebürgermeisters Christoph Wiederkehr von den Neos und der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten (WASt). 

Bedarfsanalyse zeigt, wie wichtig Schutzräume sind

Auch eine Bedarfsanalyse wurde bereits gemacht. Das damit beauftragte Institut für Höhere Studien (IHS) kam dabei zu dem Schluss, „dass es wichtig ist Schutzräume zu schaffen, in denen LGBTIQ-Jugendliche sie selbst sein können“, so Wiederkehr. „Die bestehenden Räume sind nicht ausreichend, während Bedürfnisse und die Nachfrage steigen“, fügt Karin Schönpflug vom IHS hinzu.

Der Vizebürgermeister und für Jugend und Antidiskriminierung zuständige Stadtrat betont: „LGBTIQ-Jugendliche haben spezifische Beratungsbedürfnisse, denen wollen wir gemeinsam so entsprechen, wie es die Jugendlichen verdient haben. Wir wollen Schutz bieten, Vielfalt stärken und dafür Raum geben!“

Das Konzept soll sich im Lauf der Zeit weiterentwickeln

Außerdem ergab die Erhebung, dass die Niederschwelligkeit oder Arbeit mit LGBTI-Verbündeten für das queere Jugendzentrum wichtiger sei als dessen Ausstattung. „Wichtig ist, das Vorhaben mit einem guten Konzept zu starten und das queere Jugendzentrum in weiterer Folge mit Beteiligung der Jugendlichen, die es besuchen, auszubauen und weiterzuentwickeln“, betont Wolfgang Wilhelm, Leiter der WASt. 

Für den Start besonders wichtig seien beispielsweise interdisziplinäre Methoden, Aufklärungsarbeit, Sichtbarkeit nach außen und gleichzeitig sichere Rückzugsorte nach innen. Wo dieses Jugendzentrum sein wird, ist noch unklar – im Vorfeld hatte der 5. Wiener Gemeindebezirk, Margareten, sein Interesse daran bekundet.

Bei der Ausschreibung im Sommer geht es darum, einen Betreiberverein für das Jugendzentrum zu suchen. Wer den Zuschlag erhält, will man im Herbst entscheiden. In Betrieb gehen soll das Jugendzentrum den derzeitigen Planungen zufolge 2023 oder 2024 – auf jeden Fall noch während der aktuellen Legislaturperiode in Wien. Mit dem Projekt betraut sind die offene Jugendarbeit der Stadt und die WASt. Der Gemeinderat hat bereits 2020 dem Projekt mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und Neos sein Einverständnis gegeben.