München: Schanigärten verhindern heuer das Hans-Sachs-Straßenfest

Nun will sich die zuständige Stadträtin um eine Lösung kümmern

München
Nagy/Presseamt München

Das Hans-Sachs-Straßenfest ist seit mehr als 25 Jahren einer der Höhepunkte in Münchens queerem Kalender. Während der Corona-Krise musste das Fest zwei Jahre lang pausieren. Doch auch dieses Jahr muss das beliebte Sommerfest im Herzen der bayerischen Hauptstadt ausfallen – weil es in den Gassen zu viele Schanigärten und Fahrradständer gibt, wie das Münchner LGBTI-Zentrum Sub als Veranstalter jetzt mitgeteilt hat. 

Die Schanigarten-Flächen stehen den Ständen im Weg

Denn normalerweise widerruft das Kreisverwaltungsreferat (KVR) die Schanigarten-Flächen, sodass dort die Wirte ihre Stände aufbauen können. Nicht so in diesem Jahr – damit stehe den Gastronom:innen ein Großteil der Fläche in der Hans-Sachs-Straße nicht zur Verfügung, so die Veranstalter:innen. Außerdem wurden im letzten Jahr zahlreiche Fahrradständer montiert, die ebenfalls Platz benötigen. 

Damit würden neben dem Platz auch die notwendigen Einnahmen fehlen: Das Sub, das mit dem Fest seinen Geburtstag feiert und seine Arbeit mitfinanziert, kann nicht genug Standgebühren erheben, die Wirte wollen sich am Fest nicht finanziell beteiligen. 

Fällt der Stadt in letzter Minute noch eine Lösung ein?

Das Straßenfest, das im August für ein volles Grätzel sorgt, könnte deshalb nicht kostendeckend organisiert werden, so das Sub. Deshalb müsse es abgesagt werden. „Wir bedauern es sehr, dass unser traditionelles Fest wieder ausfallen muss“, zitiert das lokale Stadtmagazin Leo das Sub. Das sorgt innerhalb der Community für Unmut. 

Allerdings könnte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Die zuständige Stadträtin Anne Hübner von der SPD macht gegenüber der Bild-Zeitung klar: “Es kann nicht sein, dass so ein Traditions-Fest wegen Schanigärten ausfallen muss” Sie werde noch einmal mit dem KVR reden. “Da muss eine Lösung gefunden werden”, betont die SPD-Politikerin. 

Und auch das Sub arbeitet an einem Alternativplan. So sollen die Veranstalter:innen prüfen, ob die benachbarte Ickstattstraße im kommenden Jahr ein geeigneter Ort für ihr Geburtstagsfest sein könnte.