Eklat in Frankreich: PSG-Star Gueye verweigert Regenbogentrikot

Politik und LGBTI-Verbände fordern nun Konsequezen für den 32-Jährigen

Paris Saint-Germain
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Wirbel um Weltklassefußballer Idrissa Gueye: Der Mittelfeldspieler von Paris Saint-Germain (PSG) soll am letzten Spiel der ersten französischen Liga nicht teilgenommen haben, weil er kein Regenbogentrikot tragen wollte. Das berichten verschiedene französische Medien. 

Offiziell hat Idrissa Gueye aus „persönlichen Gründen“ nicht mitgespielt

Beim 4:0-Sieg seiner Mannschaft gegen Montpellier hat Gueye das Match nur von der Tribüne verfolgt. Der gebürtige Senegalese habe aus “persönlichen Gründen” nicht mitgespielt, hieß es. Das kommt zwar immer wieder vor – aber der letzte Spieltag der ersten französischen Liga stand ganz im Zeichen des Kampfes gegen Homophobie. 

So spielen alle Mannschaften seit 2019 anlässlich des IDAHOBIT am 17. Mai einmal im Jahr mit Trikotnummern in Regenbogenfarben. Diesmal war es wieder soweit: Auch die Kapitänsbinden waren in den sechs bekannten Farben gehalten. 

Paris Saint-Germain ist dabei einer jener Vereine, der den Kampf gegen Homophobie besonders aktiv unterstützt “Am Welttag gegen Homophobie werden unsere Trikots die Regenbogenflagge zieren, das Symbol des Friedens und der LGBT-Bewegung“, hieß es auf dem Twitter-Account des Vereins. 

Auch im letzten Jahr hat Gueye an der Aktion gegen Homophobie nicht teilgenommen

Doch wie die Sportseite RMC Sport berichtet, liegt Idrissa Gueye das Thema Vielfalt offenbar nicht sehr am Herzen: Demnach soll er sich geweigert haben, mit einem Regenbogentrikot zu spielen. Auffällig: Auch im letzten Jahr soll der 32-Jährige an diesem Spieltag gefehlt haben – offiziell wegen Magen-Darm-Problemen. 

Nun erwartet der LGBTI-Verband Rouge Direct eine Stellungnahme des Fußballers. “Homophobie ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen”, macht der Verband auf Twitter klar: Die französische Liga und der Verein müssten Gueye schnell zu einer Erklärung bewegen – und notfalls Sanktionen ergreifen. 

Die Politik fordert Konsequenzen für Gueye – doch der schweigt

Auch die Politik schaltet sich in die Causa ein: Wie das Sportmagazin L’Équipe berichtet, macht auch Valérie Pécresse, Präsidentin der Region Île-de-France klar: “Die Spieler eines Fußballvereins und besonders jene von PSG sind Identifikationsfiguren für unsere Jugend. Es ist ihre Pflicht, als gutes Beispiel zu dienen.” 

Die Politikerin fordert nun die Manager von Paris Saint-Germain auf: “Eine Weigerung von Idrissa Gueye, sich dem Kampf gegen Homophobie anzuschließen, darf nicht ohne Folgen bleiben!” Allerdings sind PSG bei einer Strafe nach französischem Recht die Hände gebunden, so RMC Sport. Gueye selbst hat sich zu der Causa noch nicht geäußert.  

Medienberichten zufolge ist Gueye ein streng gläubiger Muslim. In seinem Heimatland Senegal werden gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Allerdings: Für andere – ebenfalls muslimische Spieler – war das Spielen mit den Regenbogentrikots offenbar kein Problem. Und in den 24 Jahren, in denen Gueye in Europa spielt, sollte sich sein persönlicher Horizont etwas geweitet haben.