FIFA stellt klar: LGBTI-Gäste sind bei der WM in Katar willkommen

FIFA will Hotels, die keine schwulen Gäste wollen, die WM-Lizenz entziehen

FIFA-Zentrale
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Der Weltfußballverband FIFA ist im Alarmmodus: Denn entgegen den offiziellen Versprechungen wollen einige Hotels im WM-Ausrichterland Katar keine schwulen Paare beherbergen – das haben skandinavische Journalisten aufgedeckt. Nun droht die FIFA damit, die WM-Verträge aller Hotels und Dienstleister zu kündigen, die LGBTI-Menschen diskriminieren. 

Der Test hat gezeigt: Schwule Paare sind in vielen Hotels nicht erwünscht

In der letzten Woche haben sich zwei schwedische Journalisten die Ergebnisse ihrer Recherche veröffentlicht, die sie im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender Norwegens, Schwedens und Dänemarks gemacht haben. Sie haben sich bei 69 offiziellen WM-Hotels in Katar als schwules Paar ausgegeben, das gerne seine Flitterwochen in dem Emirat verbringen würde. 

Das Ergebnis war ernüchternd: Dreizehn Hotels antworteten überhaupt nicht, drei erklärten, kein schwules Paar aufnehmen zu wollen. Dabei handelt es sich den Recherchen zufolge um das „Torch Doha“, das „Magnum Hotel & Suites Westbay“ und das „Wyndham Grand Regencey“. Zwanzig weitere Hotels betonten, dass sich das frisch verheiratete Paar im Hotel nicht als schwul zu erkennen geben solle. 

FIFA-Präsident Infantino hatte noch im März etwas anderes behauptet

Das war vor allem für FIFA-Präsident Gianni Infantino peinlich, der beim FIFA-Kongress Anfang März noch großspurig versprach: “Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQI+ sprechen.” 

Nun reagiert der Weltfußballverband: Wie der britische Telegraph   berichtet, hat sich die FIFA die Organisatoren vor Ort offenbar zur Brust genommen. Sie wolle nun “sicherstellen, dass die genannten Hotels erneut auf unsere strengen Anforderungen in Bezug auf einen diskriminierungsfreien Empfang von Gästen aufmerksam gemacht werden”. 

Nun will die FIFA hart durchgreifen

“Die Verträge mit Hotels und allen anderen Dienstleistern, die mit der FIFA-Weltmeisterschaft in Verbindung stehen, und die hohen Standards der Organisatoren nicht erfüllen, werden gekündigt”, machte ein Sprecher der FIFA klar: “Darüber hinaus werden die genannten Anforderungen weiterhin in Sensibilisierungssitzungen kommuniziert und anschließend durch Audits und Inspektionen von Hotels im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft überwacht und bewertet. “ 

Die Lage sexueller Minderheiten in Katar bleibt aber kritisch. Wie Amnesty International in seinem Jahresbericht schreibt, seien Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans und inter Menschen „sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert“. In Katar droht auf homosexuelle Handlungen weiterhin eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren. Bestraft werden auch Ausländer.