Freitag, 19. April 2024
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Affenpocken: Immer mehr Fälle unter schwulen Männern

Ärzte vermuten eine Übertragung der Krankheit beim Sex und warnen die Community

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Für Unruhe in der Community sorgen derzeit Fälle von Affenpocken, die in Großbritannien, Spanien und Portugal aufgetaucht sind: Sie betreffen überwiegend schwule und bisexuelle Männer. Das Gesundheitsbehörden warnen deshalb mögliche Betroffene und sensibilisieren die Ärzteschaft.

Die ersten Fälle wurden vor nicht einmal zwei Wochen in England gemeldet

Bereits am Montag hat die britische Gesundheitsbehörde, die UK Health Security Agency (UKHSA), von vier weiteren Männern berichtet, die sich mit der westafrikanischen Variante der Affenpocken angesteckt hatten. Sie hatten alle sexuellen Kontakt mit anderen Männern, waren aber nicht in Ländern, wo die Krankheit normalerweise vorkommt. Insgesamt steige die Anzahl der Infizierten im Vereinigten Königreich auf neun, so die UKHSA. Ein Zusammenhang zwischen den vier Männern werde noch ermittelt.

So hatte die UKHSA am vergangenen Wochenende zwei weitere Fälle bestätigt, bei denen es unklar war, wo sich die Betroffenen angesteckt haben könnten – vermutlich aber in London. Ein weiterer Fall, der Anfang Mai gemeldet wurde, hängt vermutlich mit einem Aufenthalt in Nigeria zusammen. Diese Person dürfte sich dort angesteckt haben, bevor sie nach Großbritannien gekommen war.

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Nun gibt es weitere Betroffene in Spanien, Portugal und den USA

Am Mittwoch haben die Behörden in Spanien und Portugal zahlreiche neue Verdachtsfälle gemeldet: Agenturmeldungen zufolge haben sich in Madrid zumindest acht schwule Männer mit dem Virus infiziert. In Portugal wurde der Virus bis jetzt bei fünf Betroffenen nachgewiesen – vor allem Männer, die Sex mit anderen Männern hatten. Diese Zahl könnte Medien zufolge aber noch auf zwanzig ansteigen.

In den Vereinigten Staaten gibt es ebenfalls einen ersten Fall: Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC gestern, Mittwoch, mitgeteilt hat, ist eine Person aus dem Bundesstaat Massachusetts betroffen. Auch er war nicht in den Ländern, in denen Affenpocken normalerweise auftreten, sondern lediglich in Kanada. 

Auch dort wurden bereits die ersten Verdachtsfälle gemeldet. Die CDC betonte, dass „jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, die Affenpocken verbreiten kann“. In Österreich gibt es derzeit keinen bekannten Fall.

Behörden warnen: „Bei ungewöhnlichem Ausschlag sofort zum Arzt“

Die Behörden warnen nun Männer, die Sex mit Männern haben: Die UKHSA sowie das deutsche Robert-Koch-Institut rufen schwule und bisexuelle Männer auf, auf ungewöhnliche Ausschläge oder Verletzungen auf ihrem Körper, besonders im Genitalbereich, zu achten und bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufzusuchen“

Das RKI hat auch schon Ärzt:innen für die Virusinfektion sensibilisiert: Sie sollen Affenpocken auch dann als mögliche Ursache bei unklaren pockenähnlichen Veränderungen auf der Haut in Betracht ziehen, wenn die Betroffenen nicht in bestimmte Gegenden Afrikas gereist waren, heißt es.

Die Affenpocken verlaufen meistens mild

Die westafrikanische Variante der Affenpocken verläuft normalerweise milder als die zentralafrikanische Variante, es kann aber auch zu schweren Verläufen kommen. Ansteckend ist nur enger Kontakt mit Erkrankten, die Symptome haben. Dazu gehört unter anderem ein Ausschlag, der zuerst im Gesicht auftritt und dann vor allem Hände und Füße betrifft. 

Der Ausschlag sieht je nach Phase unterschiedlich aus und kann Windpocken und Syphilis ähneln. Weitere Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost und Erschöpfung. Es gibt keine spezifische Therapie oder Impfung gegen Affenpocken. Das Risiko für die Gesamtbevölkerung schätzt die UKHSA als gering ein. Die Todesrate liegt bei diesem Stamm der Affenpocken bei unter einem Prozent.

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