Dienstag, 28. Mai 2024
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Affenpocken: 26-jähriger Brasilianer ist erster Fall in Deutschland

Der 26-Jährige war in mehreren deutschen Städten unterwegs

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In Deutschland ist zum ersten Mal eine Infektion mit Affenpocken nachgewiesen worden. Das teilt der Sanitätsdienst der Bundeswehr mit: Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München habe am Donnerstag zum ersten Mal in Deutschland bei einem Patienten mit charakteristischen Hautveränderungen das Virus zweifelsfrei nachgewiesen. Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) mahnt unterdessen, Ruhe zu bewahren.

Der 26-Jährige war zuvor in Düsseldorf und Frankfurt

Nach Informationen der Bild-Zeitung handelt es sich beim ersten Patienten mit Affenpocken in Deutschland um einen 26 Jahre alten Brasilianer, der in Portugal lebt. Als er in München erste Symptome der Krankheit bemerkt hatte, ging er ins Krankenhaus. Zuvor war der Mann nach Informationen der städtischen München Klinik in Düsseldorf und Frankfurt. Nun liegt er in einer Quarantäne-Station am Klinikum München-Schwabing.

„Es war nur eine Frage der Zeit, bis Affenpocken auch in Deutschland nachgewiesen werden“, erklärte der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD in einer ersten Stellungnahme. „Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass das Virus nicht so leicht übertragbar ist und dass dieser Ausbruch eingegrenzt werden kann“, hofft der Minister: „Wir werden jetzt das Virus genauer analysieren und prüfen, ob es sich um eine ansteckendere Variante handelt.“

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Aus immer mehr Ländern werden Fälle gemeldet

Damit reiht sich Deutschland in eine Reihe von Ländern ein, in denen in den letzten Tagen Infektionen mit Affenpocken gemeldet wurden: So gibt es seit gestern auch in Belgien, Italien, Australien oder Kanada zumindest Verdachtsfälle. Aus Österreich ist unterdessen noch kein Fall bekannt. Man befinde sich „in einem intensiven internationalen Austausch und evaluiert die Lage weiterhin laufend“, heißt es dazu aus dem Ministerium in Wien.

Der aktuelle Ausbruch hatte seinen Ursprung wahrscheinlich in Großbritannien: Dort, sowie in den USA und Portugal waren die ersten Fälle bekannt geworden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bisher vor allem schwule oder bisexuelle Männer, weshalb in der Community eine gewisse Unruhe herrscht.

Deutsche Aids-Hilfe warnt vor Panik und unangemessenen Ängsten

Allerdings rät die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) dazu, Ruhe zu bewahren: „Uns ist sehr wichtig, dass hier nicht Panik und unangemessene Ängste entstehen“, erklärt DAH-Sprecher Holger Wicht der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er warnte davor, Parallelen zur Aids-Krise zu ziehen und betonte, man wolle das Thema mit Vernunft und Aufklärung statt Angst angehen.

Eine Ansprache und Information der Zielgruppe erfolge in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut (RKI), so Wicht weiter. Dieses hatte allerdings am Mittwoch Männer, die Sex mit Männern haben, als einzige Personengruppe zur Vorsicht aufgerufen: Sie sollten bei „ungewöhnlichen Hautveränderungen“ sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus.

Zu den Symptomen bei Affenpocken gehören Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge, die meist im Gesicht beginnen und sich auf den Rest des Körpers ausbreiten. Menschen können sich durch sehr engen Kontakt mit infizierten Menschen anstecken. Bei der aktuell kursierenden Variante kommt es meistens nur zu milden Verläufen. So liegt die Todesrate bei unter einem Prozent.