Mittwoch, 17. Juli 2024
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Wiener FPÖ verbindet Pride Month mit Missbrauch im Kindergarten

Vizebürgermeister wolle der FPÖ zufolge "mit LGBTIQ-Propaganda von Missbrauchsskandal ablenken"

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Mehr als nur irritierend ist eine Presseaussendung, die von der Wiener FPÖ kommt: Sie spielt schon in der Überschrift die Pläne und Maßnahmen der Stadt Wien zum Pride Month mit einem Missbrauchsfall an einem Wiener Kindergarten gegeneinander aus – was als indirekter Zusammenhang interpretiert werden könnte.

Vorwurf der FPÖ: LGBTI-Community ist Wiederkehr wichtiger als Sicherheit der Kinder

So wird Maximilian Kraus, Klubobmann der Freiheitlichen im Wiener Gemeinderat in der Überschrift mit dem Satz “Wiederkehr will mit LGBTIQ-Propaganda von Missbrauchsskandal im Kindergarten ablenken” zitiert. Gemeint ist damit Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr von den Neos, der sowohl für Bildung als auch für Anti-Diskriminierung zuständig ist.

Kraus behauptet in der Presseaussendung, dass die zuständigen Stellen der Stadt Wien bei einem Missbrauchsfall in einem Kindergarten in Wien-Penzing zu langsam oder nicht ausreichend reagiert hätten, während Wiederkehr “stattdessen diverse Randgruppen” finanziere – womit der FPÖ-Politiker offenbar die LGBTI-Community meint.

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Den möglichen Missbrauchsfall nutzt die FPÖ, um auf die LGBTI-Community hinzuhauen

Bei dem Vorfall im Kindergarten wird ein Pädagoge verdächtigt, sexuelle Übergriffe auf ihm anvertraute Kinder begangen zu haben. Vier Fälle wurden bisher angezeigt. Für Kritik hatte gesorgt, dass Eltern in der betreffenden Einrichtung lange nicht informiert worden waren.

Diesen Vorfall nutzt der Freiheitliche, um sie gegen die Maßnahmen der Stadt Wien zum Pride Month auszuspielen: “Denn während LGBTIQ-Stellen mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet werden, lässt er die Schulen und Kindergärten personell aushungern”, behauptet Kraus, ohne konkrete Zahlen dafür vorzulegen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die FPÖ auf Kosten queerer Menschen politisches Kleingeld macht: Zuletzt hat sich Krauss darüber aufgeregt, dass ein Touristen-Ticket mit Öffi-Karte für queere Besucher:innen billiger sei als jenes des Wiener Tourismusverbandes.