Sexueller Missbrauch beim Heer: Unteroffizier angeklagt

Der Tatverdächtige bestreitet alle Vorwürfe

Justitia
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Weil er zwischen 2013 und 2021 vier Soldaten im Fliegerhorst Hörsching sexuell missbraucht haben soll, ist gegen einen 34-jährigen Unteroffizier Anklage erhoben worden. Der Missbrauch soll stattgefunden haben, während die Männer geschlafen hatten. 

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels bestätigte einen entsprechenden Bericht des Oö. Volksblatts. Wann der Prozess stattfinden soll, steht noch nicht fest. Dem Mann drohen wegen Missbrauchs einer wehrlosen Person zwischen einem und zehn Jahren Haft. Der Mann bestreitet alle Vorwürfe.

Nach gemeinsamem Alkohol-Konsum soll der 34-Jährige seine Kameraden unsittlich berührt haben

Dem Tatverdächtigen wird unter anderem vorgeworfen, einzelne Untergebene und Kameraden nach dem Dienst zu sich nach Hause eingeladen zu haben. Nachdem sie gemeinsam Alkohol getrunken hatten, soll er sie unsittlich berührt haben. Überprüft wird auch der Verdacht, dass er sich während der Nachtruhe an Zimmerkameraden vergangen hat. Für den 34-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

In einem fünften Fall würde das Ermittlungsverfahren aus Beweisgründen eingestellt, so die Staatsanwaltschaft. Ins Rollen kam der Fall, nachdem ein Rekrut im Februar 2021 seine Vorgesetzten informiert und Anzeige erstattet hatte. Das Bundesheer hat den Mann sofort freigestellt und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.