Gegendemo zur Regenbogenparade: Kritik am Polizeieinsatz

"Es hätte wirklich etwas passieren können"

Polizei Österreich
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Abseits der Regenbogenparade mit mehr als 250.000 Teilnehmer:innen gab es bei einer mittlerweile schon traditionellen Gegenkundgebung am Stephansplatz Ausschreitungen, bei denen eine Polizistin verletzt wurde. Die Grünen kritisierten anschließend das Verhalten der Exekutive.

Rechte und Ultrakonservative beim „Marsch für die Familie“

So versuchten auch dieses Jahr wieder am Tag der Pride etwa achtzig bis hundert ultra-konservative oder rechte Demonstrant:innen mit einem polizeilich angemeldeten „Marsch für die Familie“ gegen die Regenbogenparade zu demonstrieren. Etwa gleich viele Gegendemonstrant:innen versuchten, sie in einer nicht genehmigten Kundgebung daran zu hindern.

Wie die Polizei später mitteilte, sollen die Teilnehmer:innen der Gegendemonstration der Aufforderung, eine Schutzzone zur Anti-Pride-Kundgebung einzuhalten, nicht nachgekommen sein. Daraufhin wurde Pfefferspray gegen die Teilnehmer der nicht genehmigten Kundgebung eingesetzt.

Linke Gegendemonstranten treffen Polizistin mit Flasche

Eine Polizistin sei dabei durch eine Flasche, die über die Menge geschleudert wurde, am Kopf getroffen wurde. Sie erlitt dabei eine Platzwunde und konnte ihren Dienst nicht mehr fortsetzen. Für die Grüne Gemeinderätin Viktoria Spielmann war der Polizeieinsatz dennoch „unverhältnismäßig“.

Gegenüber dem ORF Wien spricht sie von einer aufgeheizten Stimmung bei den Beamt:innen. „Also ich war eben live vor Ort und habe gesehen, wie die Polizei auf uns zukommt, wo sie eben die Gegendemonstration weggedrängt hat, und dann ist ein Polizist auf uns zugekommen und hat vor meinen Augen eine Demonstrantin umgeworfen, also weggestoßen, sie ist nach hinten gefallen, es hätte wirklich etwas passieren können“, erzählt sie.

Kritik nach Pfefferspray-Einsatz

Die Polizei werde die Rechtmäßigkeit des Einsatzes überprüfen, so Polizeisprecher Markus Dittrich zum ORF Wien. Die Gegendemonstration habe versucht, zur rechtmäßig angezeigten Kundgebung vorzudringen. Die Polizei habe versucht, das zu verhindern, „und im Zuge dessen ist dann Pfefferspray eingesetzt worden“. Wie bei jedem Waffengebrauch werde die Rechtmäßigkeit dessen überprüft.

Bei dem Einsatz kam es zu insgesamt 30 Anzeigen, davon 24 wegen strafrechtlicher Delikte und sechs wegen verwaltungsrechtlicher, so die Polizei am Sonntag in einer Pressemitteilung.