Zwei Prides haben Niederösterreich am Wochenende bunter gemacht

500 Teilnehmer:innen in St. Pölten, und in Mistelbach feierten 400 Menschen mit

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Am Wochenende wurde in Niederösterreich Pride gefeiert: Zum zweiten Mal gab es in der Landeshauptstadt St. Pölten eine Kundgebung, und in Mistelbach wurde die Vielfalt zum ersten Mal groß und erfolgreich gefeiert.

„Bunter und lauter“ als im Vorjahr war es in St. Pölten

„Bunter und Lauter“ war das Motto der zweiten Pride in St. Pölten. Etwa 500 Teilnehmer:innen – und damit doppelt so viel wie im letzten Jahr – zogen bei Temperaturen um die 30 Grad durch die Straßen der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Marschiert wurde vom Landhaus zum Rathausplatz.

„Es geht um Sichtbarkeit – um ein Zeichen, dass auch Niederösterreich Platz für queere Menschen hat. Dass es in Niederösterreich Platz für Diversität, Vielfalt und Toleranz gibt“, so Pride-Organisator Oskar Beneder zu den Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) .

Die erste Pride in Mistelbach wurde ein voller Erfolg

Auch in Mistelbach trafen sich mehr als 400 Teilnehmer:innen zur ersten Pride: Unter ihnen waren auch Bürgermeister Erich Stubenvoll und sein Vize, die beim ersten Pride-Umzug durch die Weinviertel-Gemeinde mitmarschierten. Umrahmt wurde der Marsch durch ein kleines Bühnenprogramm mit Ansprachen DJs am Hauptplatz, moderiert von Candy Licious.

„Wir wollen ein Zeichen für die bunte Vielfalt in der Gemeinde setzen und jedem Menschen – egal welcher Sexualität und Geschlechtsidentität – das Gefühl der Akzeptanz, vermitteln“, erklärt Michael Rabl, Veranstalter der Pride, in den Bezirksblättern  sein Motiv, in Mistelbach einen solchen Umzug zu organisieren.

Anonyme Beschwerden gegen die Pride und ihre Unterstützer

Wie wichtig queere Sichtbarkeit auch außerhalb der Stadtzentren ist, zeigen zwei Vorfälle: Wie die NÖN  berichten, hat Bürgermeister Stubenvoll eine anonyme Aufforderung erhalten, die Pride abzusagen – auf Basis des Seuchengesetzes. „Denn: Wir brauchen keine Affenpocken“, erklärte der anonyme Briefschreiber.

Auch Stadträtin Martina Pürkl musste miterleben, wie gehässig LGBTI-Hasser sein können. Gegen sie wurde eine Beschwerde bei der Gemeindeaufsicht eingereicht, weil – wie schon seit fünf Jahren – in ihrem Garten eine Regenbogenfahne hängt. „Da muss jemandem nach dem Schneiden seiner Thujenhecke ganz schön fad gewesen sein“, schüttelt die Lokalpolitikerin den Kopf.