Sonntag, 21. Juli 2024
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Schwimmverband schließt viele trans Sportlerinnen von Bewerben aus

Stattdessen soll es eine "offene" Kategorie geben

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Der Schwimm-Weltverband Fina hat am Sonntag auf einem außerordentlichen Kongress in Budapest neue Regeln für trans Athlet:innen bei Wettkämpfen festgelegt: Demnach dürfen trans Frauen nur an Frauen-Bewerben teilnehmen, wenn sie ihre Geschlechtsanpassung abgeschlossen haben, bevor sie in die männliche Pubertät gekommen sind. Für andere trans Sportler:innen soll es künftig eine „offene“ Wettkampfkategorie geben.

Wer einen Teil der männlichen Pubertät durchlebt, darf nicht mehr mitschwingen

Die neue 24-seitige Richtlinie des Weltverbandes legt fest, unter welchen Voraussetzungen trans Frauen an Frauen-Wettkämpfen teilnehmen dürfen. So müssen sie unter anderem „zur Zufriedenheit der Fina“ nachweisen, dass sie keinen Teil der männlichen Pubertät über dem Tanner-Stadium 2 oder dem Alter von 12 Jahren erlebt haben – je nachdem, was früher eintritt. 

Das neue Regelwerk findet unter den Schwimm-Funktionär:innen deutliche Zustimmung: Bei dem außerordentlichen Kongress haben sich 71,5 Prozent für die neuen Regeln entschieden. Die Richtlinie gilt bereits seit Montag.

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Für trans Athlet:innen soll es eine offene Kategorie geben

Für trans Athlet:innen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, will Fina-Präsident Husain Al-Musallam eine offene Kategorie schaffen. Eine Arbeitsgruppe soll dazu in den nächsten sechs Monaten Details erarbeiten. „Ich möchte nicht, dass einem Athleten gesagt wird, er kann nicht an einem Wettkampf auf höchstem Niveau teilnehmen“, so der oberste Schwimmfunktionär: „Wir werden der erste Verband sein, der das macht.“

Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund der Debatte um die Schwimmerin Lia Thomas. Die 22-jährige US-Amerikanerin hatte im März als erste trans Athletin einen Titel bei College-Meisterschaften gewonnen. Da sie 2019 – und damit während ihrer Pubertät – mit ihrer Hormonbehandlung begonnen hatte, empfanden zahlreiche Konkurrentinnen ihre Teilnahme als unfair.

Die neue Reglung der Fina trifft auch queere Sportvereine und ihre Wettbewerbe. Denn um in den offiziellen Ranglisten zu erscheinen, müssen die Bewerbe nach den Regeln der Fina durchgeführt werden. Damit müssten viele LGBTI-Vereine sich künftig entscheiden, ob sie nach den offiziellen Regeln schwimmen wollen oder sich für ihre trans Kolleg:innen entscheiden.