Affenpocken-Fälle in Österreich innerhalb einer Woche fast verdoppelt

In Wien sind Männer zwischen 25 und 55 Jahren betroffen

Symbolbild: Affenpocken
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In Österreich hat sich die Zahl der bestätigten Fälle der Affenpocken innerhalb einer Woche auf niedrigem Niveau beinahe verdoppelt: Derzeit sind 37 Infektionen bestätigt, in der Vorwoche waren es noch zwanzig.

In Wien wurden mit Abstand die meisten Fälle registriert

Mit 21 Fällen wurden die meisten Affenpocken-Infizierten in Wien registriert. Davon seien 16 Fälle noch aktiv, so Mario Dujakovic, Sprecher des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker. Dabei handle es sich ausschließlich um Männer im Alter zwischen 25 und 55 Jahren. 

Vier Affenpocken-Infizierte befinden sich derzeit in der Klinik Favoriten, die innerhalb des Wiener Gesundheitsverbundes für Infektionskrankheiten zuständig ist. Bei den Krankenhausaufenthalten handle es sich aber um „reine Vorsichtsmaßnahme“, so Dujakovic: Die Krankheitsverläufe selbst würden den Spitalsaufenthalt nicht zwingend notwendig machen.

Damit ist Österreich eines jener Länder, in denen die Zahl der bestätigten Fälle verhältnismäßig niedrig bleibt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bereits über 1.000 Infektionen registriert. Insgesamt wurden mehr als 4.000 Infektionen aus 31 europäischen Ländern gemeldet.

Auf den Impfstoff muss weiter gewartet werden

Das Gesundheitsministerium betont, man stehe „auch weiterhin in einem intensiven Austausch mit den internationalen Behörden“. Keine konkreten Informationen gibt es über die Beschaffung eines Impfstoffes. Man sei auf einem „guten gemeinsamen europäischen Weg“, heißt es. Die ersten Dosen könnten „in den kommenden Wochen“ in Österreich eintreffen.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Aufgrund der weltweiten Nachfrage am Impfstoff dürfte Österreich aber nur eine kleine Anzahl an Impfdosen bekommen. Das Ministerium kündigte bereits an, dass die Impfung nur für „einzelne Personengruppen“ zur Verfügung stehen werde. Wer wann geimpft wird, darüber soll das Nationale Impfgremium entscheiden.

Wer als Kind gegen Pocken geimpft wurde, sollte auch gegen die milderen Affenpocken gut geschützt sein. Von den jetzt Erkrankten war keiner gegen Pocken geimpft. Die Impfung war bis 1981 in Österreich verpflichtend.

Auch bei Affenpocken gilt: Wer sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben

Zu den Symptomen gehört zunächst ein unspezifisches Krankheitsgefühl mit Fieber und Gliederschmerzen. Nach einigen Tagen tauchen die spezifischen Pusteln auf. Die Krankheit ist von den ersten Symptomen bis zum Abfallen der eingetrockneten Pusteln ansteckend. 

Die Stadt Wien empfiehlt, dass Menschen, die in engem körperlichen Kontakt zu Affenpockeninfizierten stehen oder die entsprechende Symptome haben, 1450 anrufen sollen. Dort sollen sie die weiteren Schritte in einem ärztlichen Abklärungsgespräch besprechen.