FPÖ pöbelt gegen Werder Bremen und droht dem Verein mit Klage

Ein Tweet des Bundesliga-Clubs empört die Freiheitlichen - dem Bremer Bürgermeister gefällt's

Sujetbild - Werder Bremen mit Regenbogenflagge
Werder Bremen/Twitter

Der deutsche Bundesliga-Club Werder Bremen ist derzeit im Zillertal auf Trainingslager. Weil sie sich auf Twitter in deutlichen Worten gegen eine Wahlveranstaltung der FPÖ zur Tiroler Landtagswahl positioniert hat, will die Partei nun den Spitzen-Fußballklub klagen. 

Werder Bremen positioniert sich gegen die rechtspopulistische Partei

Am Samstag hatte in Zell am Ziller ein “Aktionstag” der FPÖ stattgefunden. Daran nahm auch der freiheitliche Bundesobmann Herbert Kickl teil. Der offizielle Twitter-Account von Werder Bremen teilte ein Bild der Freiluft-Veranstaltung mit dem Text “Wir fühlen uns hier so sehr zuhause, dass wir auch im Zillertal dafür einstellen: Klare Kante gegen Nazis” und einem Hashtag, dass man sich seine Nachbarn nicht aussuchen könne. 

Das Posting erreichte bis jetzt fast 6.000 Likes – unter anderem auch vom offen schwulen Grüne Klubobmann und Spitzenkandidaten Gebi Mair. Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte kommentierte seinen Retweet mit “Auch darum mag ich Werder so sehr!” FPÖ-Funktionäre dürften hingegen nicht darunter sein. Die rechtspopulistische Partei schäumt im Internet über diesen Tweet. 

Allen voran ist auch diesmal der Wiener Gemeinderat Leo Kohlbauer. Der bereits mehrmals durch homophobe Kommentare aufgefallene Lokalpolitiker teilte den Tweet mit dem Kommentar “Niemand braucht diese links versifften Piefke bei uns. Sollen’s in Buntland den Regenbogen-Ramadan feiern.” Ein Tweet, den selbst die sonst nicht zimperliche Bild-Zeitung als “geschmacklos” bezeichnet. 

Grund für den ausfallenden Kommentar: Werder Bremen gilt unter den deutschen Bundesliga-Vereinen als Verbündeter der LGBTI-Community. So wirbt der Verein auf seinen Social-Media-Auftritten immer wieder für die Akzeptanz queerer Menschen. Am internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) postete der Verein seine Unterstützung für die Community. 

Der Tiroler FPÖ-Chef droht Werder Bremen mit Klage

Der Tiroler FPÖ-Obmann Markus Abwerzger möchte den Fußballclub sogar klagen. Es gehe nicht, dass ein Verein, der in Tirol “zu Gast sei” eine demokratisch legitimierte Partei verunglimpfe: “Der Tweet stellt zudem eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus dar”, empört sich der Landesparteichef. 

Die Tiroler FPÖ fordert Werder Bremen nun auf, den Tweet “binnen einer Woche” zu löschen, sich zu entschuldigen und der Partei 10.000 Euro Entschädigung zu überweisen. Sonst werde man rechtliche Schritte einleiten und eine “gerichtliche Entschuldigung” erzwingen, da Werder Bremen “keinerlei Unrechtsverständnis” zeige und es im Sport nicht um Politik gehen solle, so die Partei in einer Stellungnahme.  

Von Werder Bremen gibt es zu der Causa derzeit keine Stellungnahme. Gegenüber dem ORF Tirol erklärt die zuständige Agentur, dass es keinen Kommentar gebe. Auch der Zillertal Tourismus schweigt zur Verunglimpfung der Fußballer. Der Verein bleibt noch bis 10. Juli in Zell am Ziller. Der Vertrag wurde im Vorjahr bis 2025 verlängert.