Mittwoch, 17. Juli 2024
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Gericht stellt klar: Quarantäne bei Affenpocken ist rechtmäßig

Infizierter blitzt in München mit Eilantrag ab

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Wer in Deutschland an Affenpocken erkrankt ist, darf zwangsweise in Quarantäne gesteckt werden. Das hat das Verwaltungsgericht München am Mittwoch in einer Entscheidung klargestellt. Damit wies es einen Eilantrag eines Mannes zurück, der sich gegen die vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne zur Wehr setzen wollte. 

Gericht: Um sich mit Affenpocken anzustecken, ist kein schwuler Sex nötig

Der Kläger argumentierte, dass eine Infektion mit Affenpocken nur beim gleichgeschlechtlichen Sex unter Männern möglich sei. Das sah das Gericht anders: Um sich mit Affenpocken anzustecken sei kein sexueller Kontakt notwendig, es reiche der Kontakt durch kontaminierte Gegenstände, so das Gericht.

Dabei bezog sich das Gericht auf die Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI). Dieses warnt unter anderem vor einem schweren Verlauf der Affenpocken bei Neugeborenen, Kindern, Schwangeren, alten Menschen oder Immungeschwächten.

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Der Schutz der Bevölkerung ist wichtiger als die Belastung des Betroffenen

Trotz der starken Belastung des Klägers durch die Quarantäne überwiege der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, so das Gericht. Damit darf der Betroffene seine Wohnung während der 21 Tage dauernden Quarantäne nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes verlassen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Bis jetzt wurden dem RKI 1.385 Affenpocken-Infektionen aus ganz Deutschland gemeldet. Betroffen sind – wie auch in anderen europäischen Ländern – vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Europaweit sind es mittlerweile fast 5.000 nachgewiesene Fälle.

Wer als Kind geimpft wurde, sollte auch jetzt gut geschützt sein

Wer als Kind gegen Pocken geimpft wurde, sollte auch gegen die milderen  Affenpocken gut geschützt sein. Die Impfung war in Westdeutschland bis 1976, in der DDR bis 1982 verpflichtend. Eine aktuelle Impfkampagne gegen Affenpocken für betroffene Gruppen läuft bis jetzt eher schleppend an.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Zu den Symptomen der Affenpocken gehört zunächst ein unspezifisches Krankheitsgefühl mit Fieber und Gliederschmerzen. Nach einigen Tagen tauchen die spezifischen Pusteln auf. Diese können bei den aktuellen Fällen oft auch nur aus einigen Bläschen im Genitalbereich bestehen. Die Krankheit ist von den ersten Symptomen bis zum Abfallen der eingetrockneten Pusteln ansteckend.