In drei Wochen verdoppelt: Über 2000 Affenpocken-Fälle in Deutschland

Diese Sicherheitsmaßnahmen können schützen

Symbolbild: Affenpocken
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In Deutschland hat die Zahl der gemeldeten Affenpocken-Fälle erstmals die Marke von 2.000 überschritten. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgegeben. Betroffen sind vor allem Männer, die Sex mit wechselnden männlichen Partnern haben.

Vor allem Männer, die Sex mit unterschiedlichen Männern haben, sind betroffen

Vor drei Wochen, am 1. Juni, hatte das RKI noch gemeldet, dass erstmals mehr als tausend Menschen in Deutschland mit dem Affenpocken-Virus infiziert seien. Nun hat sich die Zahl verdoppelt – auf genau 2.036 Fälle aus allen 16 deutschen Bundesländern.

In 99,8 Prozent der gemeldeten Fälle haben sich Männer angesteckt. „Die Übertragungen erfolgen in diesem Ausbruch nach derzeitigen Erkenntnissen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben“, so das RKI. Nur vier gemeldete Infektionen betreffen Frauen.

Das RKI hofft, den Ausbruch in Deutschland noch begrenzen zu können

Die gute Nachricht: Das RKI hält es weiterhin für möglich, den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehört es unter anderem, bei sich und anderen auf Hautveränderungen zu achten und Haut- oder Schleimhautkontakt damit nach Möglichkeit zu vermeiden.

Außerdem sollten beim Sex keine Gegenstände geteilt werden. Kondome können das Risiko einer Ansteckung bei sexueller Übertragung zwar senken, sind aber kein zuverlässiger Schutz. Auch sollte der Kontakt mit Gegenständen und Textilien vermieden werden, die länger mit Hautveränderungen von Erkrankten in Berührung waren.

Die Pocken-Impfung schützt prinzipiell auch vor Affenpocken

Die Impfung gegen die echten Pocken, die in der BRD bis 1976, in Österreich bis 1981 und in der DDR bis 1982 verpflichtend war, bietet auch einen Schutz gegen Affenpocken. Trotzdem wird auch diesen Menschen eine Impfung nach dem Kontakt mit einer infizierten Person empfohlen. Anstelle von zwei Impfungen reicht dann aber eine Impfdosis aus.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

In Deutschland wurde in der letzten Woche mit Impfungen gegen Affenpocken begonnen, unter anderem in Berlin. Hier wurden rund zwei Drittel aller Infektionen gemeldet. In Österreich soll diese Woche damit begonnen werden. Limitierender Faktor ist derzeit aber noch der nur begrenzt erhältliche Impfstoff.

Deshalb lautet die Empfehlung derzeit, nur Personen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, und besonders gefährdetes medizinisches Personal zu impfen. Um den Engpass mittelfristig abzubauen, hat sich die Europäische Union für ihre Mitgliedsstaaten insgesamt 163.620 Impfdosen gesichert.